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Dritter Band.
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Erstes Bach: Das Zeitalter der Entdeckungen und der Reformation. Z 15.

schon Staaten, sie hielt auch im eignen Lande jede freie Geistesregung nieder:so schwanden Freiheit und Wohlstand, als die Spannkraft des Geistes unddie Regsamkeit der Arme erschlafften. — Unverkümmert dagegen war der Gewinn,Wissenschaft den die Wissenschaft, besonders die Natur- und Erdkunde, die Beobachtungund Erkenntnis der kosmographischen und physikalischen Erscheinungen imHimmelsraum und auf den großen Weltmeeren aus den überseeischen Entdeckungen^"rung^ davontrug. Als dann die englischen Entdeckungsreisen nach Nordamerika größerenFortgang nahmen, gewährte die neue Welt für das mehr und mehr an Über-völkerung leidende und von religiöser Verfolgungswut heimgesuchte Europa einewillkommene Zufluchtsstätte.

Zweites Kapitel.

Das Wiederaufleben der Wissenschaften.

Nationman 8 15. Charakter der neuen humanistischen Bildung. Die großen^„ngÄr"° Entdeckungen haben vor allem eine gewaltige wirtschaftliche BedeutungNeuzeit für Europa gewonnen; daneben aber hat die mit ihnen verbundene Er-weiterung der geographischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse auchmitgewirkt zu dem großartigen geistigen Umschwung, der den Übergangvom Mittelalter zur Neuzeit kennzeichnet. Dabei ist es kein Zufall, daßdie ersten Anregungen zu der folgenschweren Westsahrt des Kolumbus vonItalien kamen und wenigstens zum Teil hervorgingen aus den Vor-stellungen, die die alten Griechen vom Erdball gehabt hatten. Denn dasWiederaufleben des klassischen Altertums hat ja das neuegeistige Leben wesentlich gefördert. Wenn nun die Italiener sich bei denvon ihnen angeregten Entdeckungen damit begnügen mußten, daß die ersteentscheidende Fahrt von einem Italiener, aber in fremdem Dienste, unter-nommen wurde, und daß dann die Führerrolle auf andere überging, sohaben sie für die neue geistige Bildung nicht bloß die Anregung gegeben,sondern auch die Vollendung gebracht. Gestützt und gefördert durch dieklassischen Studien, haben sie die moderne Wissenschaft begründet undeine wunderbare Kunstblüte (Z 99ff.) geschaffen. Die neue Wissenschaftist weitergebildet auch von den Deutschen, doch blieb ihrer Gemütstiefeals eigentlichste Aufgabe die Erneuerung des religiösen Lebens vorbe-halten. Beide Völker verbrauchten ihre Kraft für diese idealen Aufgaben,dagegen gelang ihnen die dringend notwendige Neugestaltung der staat-lichen Ordnung im nationalen Sinne nicht; auf diesem Gebiete liefenihnen Spanier und Franzosen den Rang ab.

E-?ünd" Auch dem Mittelalter waren die Alten nicht fremd gewesen, insbesondere»euer Geist galt Aristoteles als der gefeierte Lehrmeister der scholastischen Wissenschaft(II, H 224). Aber die Kenntnis der Alten, besonders der Griechen, wurde zu-meist nicht unmittelbar aus deren Werken, sondern aus abgeleiteten Quellengeschöpft; ihr Einfluß beschränkte sich auf die Festsetzung der Formen des schul-mäßigen Denkens. Dazu stand das Ziel alles Denkens fest: es galt, die kirch-lichen Dogmen durch philosophische Begründung zu erhärten; ein Widerspruchgegen sie war ausgeschlossen. Wie die Gebundenheit der Person über-haupt ein charakteristisches Merkmal des Mittelalters ist, so hatte auch die Wissen-schaft gewissermaßen eine gebundene Marschroute. Dem setzt der neue Geist dasRecht des Individuums auf allen Gebieten entgegen: der Mensch wird„entdeckt" (Z 1); das Menschliche und Diesseitige, das der weltflüchtige Geist