8 44, 45. Viertes Kapitel: Weltpolitik Karls V. u. Fortg. d. Reformation (1521—1545). 73
darin, daß die Monarchie der deutschen Habsburger durch die ErwerbungBöhmens und seiner Nebenländer einen gewaltigen Machtzuwachs erhieltund durch die Ansprüche auf Ungarn eine große Aufgabe für die Zukunft.
8 44. Zweiter Zug der Türken gegen Deutschland (1532). Suleimanwünschte natürlich die erlittene Niederlage wieder auszugleichen undrüstete bald zu einem neuen Feldzuge. Alle Verhandlungen Ferdinands,diesen zu verhüten, waren vergeblich; auch sein Anerbieten, auf Ungarn9 <uiz zu verzichten gegen Anerkennung seines Erbrechts beim Tode Zapolhas,wurde abgelehnt; im Frühjahr 1532 rückte Suleiman mit etwa 250000Mann gegen die deutschen Grenzen, vertrauend auch auf den religiösenZwiespalt in Deutschland. Aber gerade wegen der Türkengefahr wurdeder Nürnberger Religionsfriede geschlossen (8 51): wetteifernd rüsteten dieStände, und unfern von Wien sammelte sich ein stattliches Heer von80000 Mann; der Kaiser selbst erschien, es zu führen. Doch zu einergroßen Schlacht kam es nicht. Suleiman hatte drei Wochen vergeblich diekleine Festung Güns, deren 700 Mann starke Besatzung elf Stürme 7 ^"^.zurückschlug, belagert und wagte mit seinen dadurch entmutigten Truppen ^2keinen Angriff auf das kaiserliche Heer; er ließ einige Truppen bis zurEnns schweifen .und machte noch einen erfolglosen Vorstoß auf Graz: dannkehrte er heim. Die Gefahr für Deutschland war wieder beseitigt, Ungarnjedoch blieb zum größten Teil in Zapolhas Besitz.
v. D-r Fortgang der d-utfch-n Reformation unter dem «nflntzder Habsburgischen Weltpolitik l (ooL.
8 45. Der erste Reichstag zu Speier (1526) E Anfangder evangelischen Landeskirchen. Dem Regensburger Konvents (8 37 )war unter dem Eindruck des Bauernkrieges em zw Sachsen 3 »« 152 s
bischer Fürsten zu Dessau gefolgt, dessen Seele HerM ^ ^ SachM
war. Darauf vereinigten sich Kurfürst Johann Magde- s°br. isse
zu demGotha-Torgauer Gegenbündms, dem ^was s^ «
bürg noch die Fürsten von Lüneburg, Grubenhagen ^
Mansseld und die Stadt Magdeburg Antraten. Dies ^ (8 41)
um so notwendiger, als der Kaiser nach dem Madrider Friedenzur Unterdrückung der Reformation nach Deutschland komm w MDie erste Instruktion des Kaisers (vom 23. März) für den ^
1526 von Ferdinand eröffneten Reichs tag zu per ^ ^
auch die Durchführung des sch^ Kaiserlichen
Weltlage geändert, indem der Papst unn p , „v,. . z. ^ nunKriegdbundes geworden war (Z 42 ); die Stau 3 ändert hätte;auch die Haltung d°S Ä-il-rS in d°-
deshalb und weil die Durchführung des Edikts oh st Sonril jeder 27 . Aug. 1 - 2 «wehr möglich erschien, beschloß der Reichstag daß bis Konzil^st^
Reichsstand im heiligen christlichen Glauben so l > 8 Majestät
halten solle, wie ein jeder solches gegen Gott
hoffe und vertraue zu verantworten". Daß E ^i die ^
Kaisers richtig beurteilte, beweist sein Brws an lE ^wirkten Strafen
worin er vom Nachlaß der auf Grund des Wormser Ed kts
und von der Entscheidung der religiösen Frage durch ein Konzii