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Dritter Band.
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Neuntes Kapitel: Literatur und Kunst (bis 1555).

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Z101.

Christi und der Apostel im Dome von Ferrara, PietL in S. Pietro, Tod der Maria imOratorium in S. M. della Vita, Skulpturen der Seitenportale von S- Petronio in Bologna.Verwandten Kunstcharakter zeigt Antonio Begarelli von Modena: PietL in S. Agostino,Kreuzabnahme mit dreizehn Figuren (Gruppe der Maria) in S. Francesco, PietL in S. Pietroin Modena. Die Bildhauern: Properzia dei Rossi wird von Lombard! beeinflußt:Skulpturen für S. Petronio in Bologna, Bildnisrelief des Grafen Pepoli in Berlin.

Michelangelo Buonarroti, der gewaltigste unter den Großmeistern der Renais-sance, ist der grüßte Plastiker aller Zeiten. In seinen Gestalten erschuf er eine Welt fürsich, deren schreckhafte Größe Mit- und Nachwelt erschüttert und mit Staunen und Be-wunderung erfüllt. Die menschliche Gestalt in höchster Lebensäußerung ist für ihn alsMaler wie als Plastiker das Alpha und Omega der Kunst. Seine frühesten Werke findder Zentaurenkampf und die Madonna an der Treppe (Casa Buonarroti in Florenz),Statuette von S. Petronius und ein Engel (S. Domeuico in Bologna). In Rom (1496—1501) meißelt er die PietL (in der Peterskirche), den Bacchus (im Bargello) und denunvollendeten Kupido oder Apollo (Gegensatz in Stellung und Bewegung, im Kensington-museum); in Florenz (1501—1505) entsteht aus einem von Agostino d'Antonio über-kommenen Marmorblocke der David, il Aixauts (Akademie in Florenz), eine Madonna (inder Liebfrauenkirche in Brügge), und die Rundrelicfs der Madonna im Bargello und in derLondoner Akademie. In Rom (1505—1517) entwirft er den Plan zum Grabmal Julius II.der „Tragödie seines Lebens", einem gewaltigen Bau, von dem schließlich, 1545, nur eineKolossalfigur der Plattform, der Moses (il tsrribils xi-inoips in S. Pietro in Vincoli inRom) in einem Wandgrabs mit sechs Statuen zur Verwendung kommt. Teile des Grabmalessind der gefesselte und der sterbende Sklave (im Louvre), vier begonnene Figuren, Gefangene(im Giardino Boboli), und eine Gruppe, der Sieg (im Hofe des Bargello). 1508—1512malt er die Decke der Sixtinischen Kapelle. Der Auftrag des Papstes, die Fassade vonS. Lorenzo auszuführen, führt ihn nach Florenz zurück (1517—1534). Die Fassadekommt nicht zustande, Wohl aber wird die Christusstatue für S. M. sopra Minerva voll-endet und die Statue Apollos (im Bargello) begonnen. Zu gleicher Zeit entstehen die Grab-mäler für Giuliano (Herzog von Nemours, Sohn des Lorenzo Magnifico), und Lorenzo „ilPSLsisro" (Herzog von Urbino, Vater der Katharina von Medici H 141), mit den allegori-schen Figuren der Tageszeiten (Temperamente); das Ganze erhält 1563 von Vasari die jetzigeAufstellung in S. Lorenzo. In derselben Kapelle befindet sich die unvollendete Gruppeder Madonna mit dem Christusknaben zwischen den Schutzpatronen Cosmas und Damianovon Montorsoli und Montelupo. In Rom (1534—1564) malt er das jüngste Gericht aufder Hinterwand der Sixtinischen Kapelle (1535—1541) und die Fresken der Cappella Paolinaim Vatican; 1546 übernimmt er die Leitung des Baues der Peterskirche (K 99). Für seinGrabmal war eine (unvollendete) Gruppe der heiligen Familie bestimmt (jetzt im Chor vonS. M. del Fiore in Florenz).

Von Michelangelos Rivalen und Nachahmer Baccio Bandinelli stammen auneunzig Relicfgestalten im Dome von Florenz, die Gruppe Herkules und Cacus vor den:Palazzo Vecchio, Gruppen der Beweinung Christi in S. Croce und S. Annunziata in Florenzund die Gräber von Clemens VII. und Leo X. in Rom- Bartolommeo Ammanati,Schüler I. Sansovinos, errichtet den marmornen Neptunsbrunnen auf der Piazza dellaSignoria in Florenz. Der Flamlünder Giovanni da Bologna (Jean Boulogne ausDouay) schafft den bronzenen Ncptunsbrunnen in Bologna, die Marmorgruppe Raub derSabinerinnen (Loggia dei Lanzi), die Reiterstatue Cosimos I. auf der Piazza della Signoriaund die ostverwandte Statuette des vom Wind empvrgetriebenen Merkur. Von TaddeoLandini stammt die Fontana belle Tartarughe auf der Piazza Mattei in Rom.

A. Begarelli1408-1565

P. dei Nossi-j- 1530

Michel-

1475-1564

B. Bandt-nelli

1493—1560

B. Amma-nati

1511-1592G. daBologna1524 -1608

T. Landini-j- 1594

8 101. Malerei. Das Verlangen nach natürlicher Darstellung führt zu Mai°r°:eingehenden anatomischen, perspektivischen und Gewandstudien; indes gelingt esnicht vollständig, der Befangenheit in Stellung, Bewegung, Ausdruck undGruppierung Herr zu werden und kleinliche Zutaten und gezierte Gebärden zuvermeiden. Erst Alberti und Brunelleschi wagen sich an perspektivische Ver-kürzungen, die noch bei Perugino mangelhafte Wiedergabe finden. Die Technikoes » ü-sseo legt den unmittelbaren Grund zur Monumentalmalerei; Tafel-bilder werden in Tempera gemalt; später, erst gegen Ende des Jahrhunderts,bricht sich nach und nach die Ölmalerei Bahn.

. .Um die Wende des Jahrhunderts schwindet das Genrehafte und Neben-sächliche, ebenso das Eckige und Zierliche, das der Schönheit des großen Linien-