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Erstes Buch: Das Zeitalter der Entdeckungen und der Reformation. H 104.
C.. Ayibergerum 1500—1562
B. Strigelum 1460—ISI8
M. Schaffnerum 1520
L. Cranachd. ä.
147L-1SS3
L. Cranachd. j.
ISIZ-IS86
H. Halbemd. j.
1497-1548
auch zarte Empfindung und poetische Kraft, treffliche Zeichnung und harmonische Farben-wirkung, später Einflüsse der Italiener und der Antike: Wandgemälde im Damenhofe desFuggerhauses (Augsburg), Kleine h. Familie (Berlin), Madonnen mit dem Kinde (Nürn-berg, Germ. Mus.), Johannes auf Patmos (München), Altar des Katharinenklosters (Kreuzi-gung), Schlacht von Cannae in der Augsburger Galerie, Madonna mit Heiligen (Hannover,Provinzialmuseum), Bildnis von sich und Frau (Wien). Holzschnitte: Bilder (über 100)zum „Weißkunig" (Leben Kaiser Maximilians), 12 zum „Teucrdank", 67 zum „Triumph-zug" und 77 zur „Genealogie"; der Tod als Würger, Reiterbildnis des Kaisers, BildnissePaumgärtners und Jakob Fuggers. In gleichem Sinne wirkt der treffliche ChristophAmberger, der ihn aber als Bildnismaler noch überragt: Altar im Augsburger Dom(thronende Madonna mit Heiligen), Bildnis des Sebastian Münster, Karls V. (Berlin),Hieronymus Sulczcr (Gotha, Herzog!. Galerie), Christoph Baumgartner (Wien). Derfleißige, aber handwerksmäßige Bernhard Strigel ist als Hofmaler Kaiser Maximilianstätig: Altarflügel mit dem Leben der Maria, Heilige (Berlin), Altar mit der h. Sippe«München und Nürnberg), Bildnisse des Kaisers und seiner Familie (Wien), FamilieCuspinian (Berlin), Konrad Reliuger mit seinen Kindern (München). Der Stolz der UlmerSchule ist Martin Schaffner; seine Vorzüge verdankt er zum Teil italienischer Be-einflussung: Flügel des Domaltars in Ulm mit der h. Sippe und Heiligen.
Der Vertreter der sächsischen Schule ist Lucas Cranach d. ü. (Lucas Müller ausCronach in Oberfranken), der Maler der Reformation, der „Hans Sachs der Malerei".)504 wurde er als Hofmaler von Friedrich dem Weisen nach Wittenberg berufen, wo eraußer seiner Werkstatt auch einer Apotheke und einer Buchhandlung Vorstand. 1537 wühlteihn die Stadt zum Bürgermeister. Nach 1547 folgte er Johann dem Großmütigen in dieGefangenschaft (H 64); 1552 ging er nach Weimar, wo er 1553 starb. Im Ansauge zeigendes Meisters Werke Naturgefühl (Schilderung des deutschen Waldes) und frische Charakteri-sierung, später erweist er sich mehr und mehr als geschäftskundiger Vorsteher seiner umfang-reichen Werkstatt; wenn sich auch die heitere Farbengebung nicht verliert, so nehmen dochManier und Wiederholung derselben oft unschönen typischen Gestalten mehr und mehr über-stand: Ruhe auf der Flucht (Kaiser-Friedr.-Museum), erstes bekanntes datiertes Bild (1504),Madonnen in der Kirche in Darmstadt, Karlsruhe, Innsbruck, Petersburg, Madonna mit derTraube in München, Anbetung der Könige im Gothaer Museum und in der Wenzels-kirche in Naumburg, Christus und die Frauen in der Wiener Galerie, S. Anna selbdrittin München und Berlin, Rundbild der Madonna in München, Christus und die Kindleinin der Paulinerkirche in Leipzig und in der Wenzelskirche in Naumburg, Christus und dieEhebrecherin in München, Kassel und Budapest, Adam und Eva in den Museen in Wien,Dresden, Berlin, Florenz, Gotha, Judith und Holofernes in Gotha, Kassel und Wien,Sündenfall und Erlösung, auf Anlaß der Reformatoren gemalt, in Weimar (mit dem treff-lichen Bildnis Luthers und seinem Selbstporträt) und in der Stadtkirche in Schneeberg,Bilder „antikischen" und allegorischen Inhalts, naiv und durchaus deutsch empfunden:Venus (Louvre, Galerie Borghese, Petersburg), Apollo und Diana (Berlin, Brüssel, beiMr. Fetis), Faunfamilie (Donaueschingen), Jungbrunnen (Berlin), Caritas (Wien), Lucretia,„Alter schützt vor Torheit nicht" (in der Wiener Akademie); Bildnisse: Friedrich der Weise(Paris, Privatbesitz), Johann der Beständige (Weimar), Selbstbildnis (Uffizien), RundbildLuthers (1525), Katharinas von Bora, Melanchthons, Kardinal Albrecht von Brandenburgals h. Hieronymus (Darmstadt, Galerie). Handzeichnungen: acht Randleisten zum Gebet-buch Kaiser Maximilians mit vielen Tiergestalten; Holzschnitte: Versuchung des h. Antonius,S. Christophorus (Zweifarbendruck), Venus und Amor, S. Georg, S. Magdalena, Urteildes Paris, Ruhe auf der Flucht, Passion (15 Blatt), Christus und die Apostel (14 Blatt),Adam und Eva; Bilder zu Luthers Bibel, Reformatorenbildnisse. Sein Sohn LucasCranach d. j. verfolgt die vom Vater eingeschlagene Richtung: protestantische, religiöseBilder und treffliche Bildnisse (z. B. Luthers, in Weimar und Schwerin).
Hans Holbein d. j., neben Albrecht Dürer der größte deutsche Maler, ist ein Augs-burger Kind und als Schüler Hans Holbeins d. ä., der bereits ganz auf dem Boden derRenaissance stand, der schwäbischen Schule zuzuzählen. Im Jahre 1510 ging er auf dieWanderschaft; 1515 wurde er in Basel mit Humanisten bekannt, war als Buchillustrator(Federzeichnungen zum „Lobe der Narrheit" von Erasmus von Rotterdam) tätig und maltedie ersten Bildnisse. Schlechte Zeiten und der Mangel an Aufträgen veranlaßten ihn 1526zu einer durch Erasmus vermittelten Reise nach London, von wo er 1528 nach Basel zurück-kehrte; 1532 ging er abermals nach London, wo er 1543 an der Pest starb. Mit 22 Jahrenhatte er in sich den Geist der großen Italiener aufgenommen und selbständig verarbeitet:genial einfache und klare Zeichnung, schärfste Charakteristik, satte und harmonische Farben-