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Überschau und Vorblick-
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spanisch-französischen Krieges. — England hätte während des 2. Englandgroßen Krieges eigentlich auf feiten der Gegner Spaniens stehen müssen,indes die Stuartkönige hatten die nationale Politik der großen Elisabethnicht fortgesetzt, sich vielmehr zu Spanien gehalten. Das führte in Ver-bindung mit inneren Konflikten zu ihrem Sturze, und so war dieserSturz zugleich eine Niederlage Spaniens. — Noch unmittelbarer wurde 3 . PortugalSpanien betroffen durch den Abfall Portugals, das seit 1580 unterspanischen Königen gestanden hatte (8 124). — Endlich aber erlag FrankreichSpanien auch in dem den Dreißigjährigen Krieg fortsetzenden Kampfegegen Frankreich. Hierbei verband es sich, wie einst im 16. Jahrhundert,mit den inneren Feinden des französischen Königtums, während dieseseinen Verbündeten in dem zur nationalen Politik Elisabeths zurückgekehrtenEngland fand. Mit dem Phrenäenfrieden (1659) war das seit 1500 be-ginnende Übergewicht Spaniens vorbei: die spanische Periode dereuropäischen Geschichte war abgeschlossen.
Aber nicht genug damit, daß Spanien vollständig unterlag; seine MKichsalten Gegner nahmen zugleich auch aus anderen Ursachen einen gewaltigenAufschwung. Außer den erwähnten auswärtigen Erfolgen war für dasAufsteigen Frankreichs seine innere Entwicklung sehr wichtig.
Es ist früher hervorgehoben worden, daß sich bereits während des Mittel-alters die innere Geschichte Deutschlands und Frankreichs in entgegen-gesetzter Richtung bewegt (II, § 154). Während Deutschland nach demZusammenbrach des fränkischen Reiches verhältnismäßig schnell zu einerstaatlichen Einheit gelangte, dann aber allmählich in selbständig werdendeTerritorien zerfiel, begann die französische Geschichte mit staatlicher Zer-rissenheit und schritt fort zu staatlicher Einheit. Die Folge dieser Ent-wicklung zeigte sich in dem Ausgang der Religionskriege. Der DreißigjährigeKrieg führte in Deutschland zur vollen staatlichen Zersplitterung, dieHugenottenkriege dagegen endeten mit dem Siege des nationalen König-tums (§ 149). Auf diesem Boden vollzog sich nun in der ersten Hälftebss 17. Jahrhunderts die Begründung des französischen Absolu-tismus: er siegte aber, weil er die nationalen Interessen des Gesamt-staates gegen die wieder wie im 16. Jahrhundert (H 146) mit dem aus-wärtigen Feinde verbündeten feudalen Sondergewalten vertrat. Vollendetwar sein Sieg kurz vor 1661, als König Ludwig XIV. selbst die Zügel derLegierung ergriff, also um dieselbe Zeit, wo der Pyrenäenfriede SpaniensSturz besiegelte. Wie nun einst in Spanien die königliche Machtfülleme Vorbedingung für das spanische Übergewicht in Europa gewesen war(tl, 8 340), so war jetzt der französische Absolutismus die Vorbedingungfür die französische Vorherrschaft, die Ludwig XIV. vollendete.
Während der Absolutismus in Frankreich triumphierte, unterlag er Englandgleichzeitig in England; indes hier wie dort siegten trotz des entgegen-eilen Ergebnisses die gleichen moralischen Kräfte. Es siegten in beidenHallen die Vorkämpfer der nationalen Interessen, nur daß das in Eng-land nicht die Stuartkönige, sondern deren Gegner waren. Deshalbuahm England mit dem Siege Cromwells einen großen Aufschwung,rs nn Jahre 1660 die Stuarts zurückkehrten, ein Vorgang, der danner Vorherrschaft Frankreichs zugute kam. Der Aufschwung EnglandsMgte sich auch in seinem erfolgreichen Eintritt in die Reihe der Kolonial-achte. Es geschah das vorwiegend in dem noch unerschlossenen Nord-