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Dritter Band.
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8 196.

Erstes Kapitel: Der Dreißigjährige Krieg.

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worden, daß die Bevölkerung Böhmens 1618 vier Millionen, 1648 nur etwa800 000 Seelen betragen habe. An der Rekatholisierung arbeiteten die Jesuitenund die den Protestanten ins Quartier gelegten Dragoner, die berüchtigten„Seligmacher"; um das Ansehen des Hus zu verdrängen, wurde die VerehrungNepomuks gefördert (H, Z 296). Die ständischen Rechte wurden durch dieerneuerte Landesordnung von 1627 sehr stark beschränkt (Z 199).

In ähnlicher Weise schritt die Regierung in Mähren ein, das der KardinalDietrichstein verwaltete, und in Ober- und Niederö st erreich. Nicht soschlimm trat die Reaktion in Schlesien auf; verschont blieben die in sächsischerPfandschaft befindlichen Lau sitzen.

§ 196. Der Krieg in der Pfalz (1622-1623). Mit der Nieder-Weisung der Habsburgischen Erblande war der unmittelbare Zweck des ->uf das ReichKrieges erreicht; indes die Sieger wollten sich damit nicht begnügen.

Schon im August 1620 hatte Spinola mit spanischen Truppen einen An-griff auf die Pfalz unternommen, Maximilian von Bayern verlangte dieihm versprochene Kurwürde, und der Kaiser belegte, ohne die dazu nötigeZustimmung des Kurfürstenkollegs einzuholen, nach einem Spruche desReichshofrats Friedrich V., Christian von Anhalt und Johann22.Jan.iWiGeorg von Jägerndorf mit der Reichsacht. Dadurch machte erdie gegen den König von Böhmen gerichtete Erhebung zu einem Ver-brechen gegen den Kaiser und verwandelte die rein böhmischeAngelegenheit in eine deutsche. Es wirkte dabei mit die Hoffnungder katholischen ReaktionsPartei, die Gunst der Lage zu weiterer Unter-drückung der Reformation verwerten zu können, sowie das Streben derspanischen Politik, die in Westeuropa erlittenen Niederlagen in Deutsch-land wieder gutzumachen (ß 161).

So groß nun die Gefahr war, so unsicher blieb die Haltung der v.Protestanten. England, Holland und Dänemark verhandelten zwar übereine Unterstützung der Union, leisteten aber zunächst keine Hilfe, und dieUnion selbst löste sich bald unter dem Hohn der Gegner auf. Für Mai iWiFriedrich führten nur Ernst von Mansfeld, Christian vonBraunschweig und Georg Friedrich von Baden-Durlach dieWaffen.

Christian vonBraunschweig,ein rauher Kriegsmann, der sich „ Gottes Freund undder Pfaffen Feind" nannte, trat teils aus angeborener Waffenlust, teils aus Besorgnis, derKaiser möchte ihm das Bistum Halberstadt, dessen Verwalter er war, entreißen, alsKämpfer für die ihm nahe verwandte unglückliche Böhmenkönigin Elisabeth auf, derenHandschuh er mit ritterlicher Galanterie an seinem Reiterhelm trug. Während er miteinem geworbenen Heerhaufen in Westfalen einfiel, seine Raublust an Klöstern und geist-lichen Stiftern ausließ und die zerstörende Kriegsfackel bis an den Main trug, zog Mans-seld aus der Oberpfalz (die Maximilian in Besitz nahm und durch Jesuiten bekehren ließ)durch Franken nach der Rheinpfalz. Sein Kriegsruhm führte ihm beutelustige Streiter aus O«. 1621allen Gauen zu; Plünderungen und Brandschatzungen gaben ihm die Mittel zum Unterhalt;die Bistümer und Stifter am Rheine und die Klöster im Elsaß fühlten besonders den Druckseiner Kriegsscharen. Zu ihm stieß Georg Friedrich von Baden, den sein Eifer fürden Protestantismus in den Kampf führte. Beider Macht war so groß, daß der flüchtigePfalzgraf es wagte, in seine Erbstaaten zurückzukehren.

Vereinigt lieferten Georg Friedrich und Mansfeld dem in diePfalz einrückenden Tilly bei Wies loch (Mingolsheim) ein siegreiches ei.AvriUWLTreffen. Als sich aber die Sieger bald nachher trennten, verlor GeorgFriedrich die Schlacht bei Wimpfen Wider Tilly und den spanischen s. Mai 1022Feldherrn Gonsalvo de Cordova; daß dabei 400 Pforzheimer Bürger denMarkgrafen mit Aufopferung ihres eigenen Lebens gerettet hätten, hat