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Erstes Kapitel: Der Dreißigjährige Krieg.
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dankte. Wallenstein wäre Wohl bereit gewesen, mit seinem Heere denKampf gegen die Liga und gegen Frankreich aufzunehmen; dann aberhätte das Restitutionsedikt wieder aufgehoben werden müssen, weil er sonstauch noch die Protestanten gegen sich gehabt hätte. Eine solche Politik wärezweifellos echt kaiserlich gewesen, aber wieder (8 200) zeigte sich, wie un-heilvoll die Bindung des Kaisers an das katholische Interesse wirkte.
Durch das Edikt hatte er sich den katholischen Wünschen der Liga gefügt, gNU-Msnun fügte er sich auch ihren politischen: er entließ Wallenstein,^ ^ug.issuernannte dann nach langen Verhandlungen Tillh zum Befehlshaber seinesauf 40000 Mann herabgesetzten Heeres und versprach, keinen Krieg ohneZustimmung der Kurfürsten zu beginnen, erreichte dafür aber nicht einmaldie Wahl seines Sohnes zum Nachfolger.
Damit triumphierte das von Maximilian geführte Fürsten- As°Kais°r-tum über das Kaisertum, wie es einst unter Moritz von Sachsen ^über Karl V. gesiegt hatte (§ 70); beide Male wurde es von Frankreichunterstützt. Die eigene Schuld war freilich bei Ferdinand größer als beiKarl; er entwaffnete sich selbst, und tat das in dem Augenblicke, wo einneuer Feind an den deutschen Grenzen erschien. Allerdings wird manauch beachten müssen, daß er gerade wegen dieses Feindes einen Konfliktmit dem gesamten deutschen Fürstentum (und mit Frankreich) vermeidenwollte. Wallenstein erklärte den Abgesandten, die ihm die Absetzungmelden sollten, daß er sein Schicksal schon in den Sternen gelesen; hierkönnten sie selbst sehen, daß „der Kurfürst von Bayern über den Kaiserdominiere, daher könne er dem letzteren keine Schuld zumessen". Er zogsich auf seine böhmischen Besitzungen zurück, führte hier einen glänzenden,mehr als fürstlichen Hofhält und wartete der Zeit, wo man seiner wiederbedürfen würde.
0. Der schwedische Krieg (s630—(635).
8 202. Gustav Adolfs Eingreifen und die Haltung der evan-gelischen Fürsten (1630—1631). Kurz vor der Entlassung Wallensteinslandete Gustav Adolf an der pommerschen Küste. Was trieb ihnW.IuniisWZu diesem kühnen Unternehmen? In der Erinnerung der EvangelischenDeutschlands lebt er fort als Glaubensheld und Retter des deutschen MAGustavProtestantismus. Dies Lob ist berechtigt. Er war in der Tat vonwarmer Begeisterung für seine Religion erfüllt, und der Kampf für seinebedrohten Glaubensgenossen war ihm Herzenssache. Aber darüber darfMan nicht vergessen, daß ihn auch sehr wichtige politische Inter-essen nach Deutschland trieben. Das waren einmal die Erhaltung derschwedischen Unabhängigkeit, des schwedischen Protestan-tismus und der eigenen Krone, sodann die Vollendung derschwedischen OstseeHerrschaft. Wir wissen, daß die polnische Wasa-«nie sich als rechtmäßige Erbin der schwedischen Krone ansah und zugleichVorkämpferin des Katholizismus war (Z 170); in dem großen Zusammen-hange der europäischen Gegensätze war dabei das Haus Habsburg ihrnatürlicher Verbündeter, und in dem eben beendeten Kriege (Z 172) hatteWallensteins Unterseldherr Arnim die Polen unterstützt. Siegte der Kaiserund der Katholizismus in Deutschland, so waren auch die Krone GustavAdolfs, Schwedens Selbständigkeit und sein Protestantismus aufs schwerste