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Dritter Band.
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374 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). H 220.

Hauptstadt bekriegen. Unter dem Eindruck der Hinrichtung Karls I. von England(ß 235) schloß sie dann aber mit dem Parlamente, dessen Vorstand der würdigen.MärzEsMolö war, einen Frieden, wodurch die Steuern vermindert, die persönlicheSicherheit der Parlamentsrate gegen willkürliche Verhaftung geschützt und mehrereMißbrauche gehoben, dafür aber die Ächtung des Ministers zurückgenommen wurde.

Conds Conde, der erste Prinz von Geblüt und der größte Feldherr seiner Zeit,das stolze Haupt des Adels und der Feind bürgerlicher Freiheit, betrug sich jetzt,im Vertrauen auf die geleisteten Dienste, herrisch und übermütig gegen den Hof.Im Bewußtsein seiner Bedeutung im Felde und seines Einflusses auf die Kampf-genossen, mit denen er als „guter Kamerad" lebte, war er im gewöhnlichen Lebenrücksichtslos und hochfahrend. Um sich der lästigen Autorität des herrschsüchtigenMannes zu entziehen, ging die Königin, nach einer geheimen Unterredung mitdem Kardinal von Netz, auf den Vorschlag ihres Ministers ein, sich mit denHäuptern der Fronde zu verbinden und den Prinzen Conde nebst seinemis. Jan. isso Bruder (Conti) und Schwager (Longueville) gefangen nach Vincennesführen zu lassen. Sofort entstand unter dem Einfluß der weiblichen VerwandtenMazarins ^ befangenen in der Provinz eine „neue Fronde"; als diese sich dann mitder alten aussöhnte und von allen Seiten die Entfernung des MinistersFebr. 1651 verlangt wurde, sah Mazarin sich genötigt, Frankreich zu verlassen; diefreigelassenen Prinzen aber kehrten nach Paris zurück.

Mazarin fand auf Schloß Brühl bei Köln als Gast des Erzbischofs Maxi-milian Heinrich von Bayern ehrenvolle Aufnahme und blieb auch von hier ausder Berater der Königin Anna. Zugleich zeigte sich, daß die Feinde des Ministerseben nur in dieser Feindschaft einig gewesen waren; jetzt gingen ihre Wünscheweit auseinander. Als die Mündigkeitserklärung Ludwigs XIV., die beim Ein-7. S°pt. i65i tritt in das 14. Lebensjahr erfolgte, die Regentschaftsansprüche Condes be-Bunds mit ^itigte, begann dieser von neuem den Bürgerkrieg und schloß BündnisSpanien mit Spanien. Der Herzog von Orleans wurde durch seine kriegerische Tochter,die Herzogin Anna Marie von Montpensier (1a Aiancks Naäemoisslls), in dieReihen der Opposition gedrängt. Diesen Gefahren gegenüber warb Mazarin einJan. 1652 Heer und kehrte, obgleich das Parlament einen Preis auf seinen Kopf setzte, nachFrankreich zurück; zugleich gewann er Turenne für den König. Vor den Torenvon Paris, in der Vorstadt St. Antoine, kam es nun zwischen den beiden

2. Juli 1652 größten Feldherren des damaligen Frankreich zur Schlacht. Conde wurde besiegt

und wäre verloren gewesen, wenn Paris ihm verschlossen geblieben wäre. Da er-wirkte die Herzogin von Montpensier von ihrem Vater den Befehl, den Ge-schlagenen 'die Tore zu öffnen, und ließ selbst die Kanonen der Bastille auf dieköniglichen Truppen richten. So blieb Paris in den Händen der Rebellen. Aberwenn auch die durch Beaufort, den „König der Hallen", aufgereizte Masse demPrinzen anhing, so gewann doch bei der Bürgerschaft die royalistische Gesinnungallmählich die Oberhand. Man sehnte sich nach einem Ende der Kriegsnot, undder Bund Condes mit Spanien, das ihm ein Hilfsheer zuschicken wollte, ent-fremdete ihm die patriotischen Bürger. Als Mazarin, um die Aussöhnung zu er-Aug. leichtern, den Hof verließ und der König eine Amnestie gewährte, mehrte sich dieKönigtums der Royalisten; selbst der Herzog von Orleans und der Kardinal Netzschloffen sich ihnen an: man erbat die Rückkehr des Königs. Unter dem Eindrucke14. O». dieses Umschwungs verließ Conde die Hauptstadt und ging zu den Spaniern. Nun21 . 0 ». 1652hielt Ludwig XIV. an der Spitze der Garden seinen Einzug in Paris.

3. Febr. 1653 Einige Monate darauf kehrte Mazarin triumphierend in die Hauptstadt

zurück: an den Toren empfing ihn der König und der junge Adel; baldAug. 1653 öffnete auch Bordeaux, der Hauptherd des Aufstandes, seine Tore.

Noch ein Paar Worte über das Schicksal der bekanntesten Mitglieder der Fronde.1-2.F-br.iS6a Gaston von Orleans verließ nach dem Einzüge des Königs die Hauptstadt und hielt sichbis zu seinem Tode ruhig auf seinem Schlosse in Blois. — Seine Tochter Anna Marie1 1693 Herzogin von Montpensier (so genannt nach ihrer Mutter) entwich auf ihr Schloß