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Dritter Band.
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8 231. Zweites Kapitel: Aufschwung Frankreichs, der Niederlande u. Großbritanniens. 393

einbrachte, in der zunächst nochmals alle Beschwerden gegen den Königzusammengestellt und dann die erwähnten radikalen Forderungen erhobenwurden. Nach heißen Debatten wurde die Remonstranz unter dem auf-regenden Eindruck der irischen Vorgänge zwar angenommen, aber nur mit22.Noo.i641sehr geringer Majorität (159 gegen 148 Stimmen).

Drei Tage darauf kehrte der König nach London zurück; er mußte es. N°».in dieser Abstimmung eine Ermutigung zum Widerstände erblicken undkümmerte sich denn auch bei der Besetzung einiger Bistümer und hoherStaatsämter nicht um die Forderungen der Remonstranz. Da erwirkte ANWdas Unterhaus den Ausschluß der Bischöfe aus dem Oberhausesund verlangte dann, daß die zur Bekämpfung Irlands abzusendendenOffiziere mit Zustimmung des Parlaments ernannt werdensollten. Dieser Übergriff in die Heergewalt gab beim Könige den Aus-schlag. Er beschloß, fünf Führer der Opposition (Hampden, Pym,

Hollis, Haslerig und Strode) des Hochverrats anzuklagen. Da das Par-lament ihre Auslieferung verweigerte, weil die Verhaftung gegen diePrivilegien des Hauses verstoße, begab sich der König mit 500 Bewaff-neten, die an den Türen aufgestellt wurden, ins Parlamentsgebände. Erverlangte die Auslieferung der fünf von ihm bezeichneten Mitglieder; aber 4. Ja«. 1642diese waren rechtzeitig gewarnt worden und in die City geflohen. Beim Ver-lassen des Saales ertönte hinter dem Könige der Ruf: „Privilegium!",und der gleiche Ruf ertönte, als der König am nächsten Tage nach Guildhallkam, um von den städtischen Behörden die Auslieferung zu fordern. DerRuf wurde von den Volksmassen der Straße ausgenommen; die Haupt-stadt ergriff also Partei gegen den König, und der Gemeinderat beschloßim Einvernehmen mit einem Ausschuß des Parlaments die Ausstellungeiner bewaffneten Macht zum Schutz des Parlaments. Unter diesenUmständen verließ der König London. Hatten früher die Stuarts ver-io.Jan.iL4Lsucht, die alte Verfassung zugunsten des Absolutismus zu beseitigen, sowar nun das Parlament weit über die alten Rechte hinaus-gegangen und rüttelte an den Grundlagen jeder königlichen Gewalt.

§ 231. Die ersten Fahre des Bürgerkrieges (1642—1644). Oliver Part-i-»Cromwell. Während noch Verhandlungen geführt wurden, die aber ander Unvereinbarkeit der Gegensätze scheitern mußten, rüsteten beide Par-teien zum Kriege. Vom König und vom Parlament ergingen Befehlean das Land, das sich nun in zwei Lager spaltete. Der König sammeltein Jork die ihm ergebenen Mitglieder des Ober- und Unterhauses umsich; auf seiner Seite standen im ganzen die nördlichen und mittlerenGebiete Englands, in denen der Adel und die Hochkirche starken Ein-fluß hatten oder, wie in Wales, die Bevölkerung keltisch war oder katholischeSympathien herrschten. Hier warb er seine Kriegsmacht und glaubteim Rücken durch das versöhnte Schottland gedeckt zu sein; die Königinging nach Holland, um fremde Hilfe zu gewinnen, was freilich schonDeshalb wenig Erfolg hatte, weil die festländischen Mächte ihre Streit-kräfte für den Dreißigjährigen Krieg brauchten. Das Parlamenthatte seine Hauptstütze in den südlichen Landschaften, in denen der Mittcl-Mnd (Bürgertum und Gentry, ß 159) überwog und das anglikanischeWesen vollständig durchgedrungen war; besonders wichtig war, daß Lon-upn ihm anhing, und daß die Flotte auf seine Seite trat. In der Partei-brldung standen also der Adel gegen den Mittelstand, die Hoch kirche