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Dritter Band.
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398 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). § L35.

Cromwell u.der König

Ende Nov.

strebenden der Macht des Heeres, das damit über das Parlamentgesiegt hatte.

Während dieser verhängnisvollen Tage schien Cromwell nicht abgeneigt,dem Könige den Thron unter einschränkenden Bedingungen zurückzugeben.Dieser aber hoffte, daß Heer und Parlament sich gegenseitig lähmenwürden, und ging nicht ehrlich darauf ein. Schon wurde auch das Heer aufseine Führer argwöhnisch, und eine fanatische Sekte, Levellers genannt,verlangte Gleichheit des Besitzes und eine aus allgemeinen Wahlen hervor-gehende Volksvertretung (ohne Oberhaus). Da brach Cromwell, der auseinem aufgefangenen Briefe erkannte, daß der König nicht aufrichtig ver-handelte, die Unterhandlungen ab, gewann schnell sein altes Ansehen zurückund stellte die Disziplin wieder her. Kurz vorher war der König, viel-Anfang R°>>. leicht mit Zustimmung Cromwells, nach der Insel Wight entkommen, woein mit dem unruhigen Treiben des Heeres unzufriedener Anhänger Crom-wells den Oberbefehl führte. Als er auch jetzt wieder die Forderungendes Parlaments (Verzicht auf den Heerbefehl für 20 Jahre usw.) ab-s. Ja«. iA8 lehnte, beschloß dieses, nicht mehr mit ihm zu verhandeln, ein Beschluß,dem das Heer beitrat. Ein Ausschuß von 21 Mitgliedern (die Grandees),unter denen auch Cromwell war, übernahm nun die Regierung undführte sie mit Terrorismus.

BiirgZricg Der König hoffte damals auf eine royalistische Erhebung;

1648 regten sich doch dem Auftreten der Jndependenten gegenüber in dem pres-Lhterianischen Schottland, in Wales und Irland royalistische Sympathien.Die Schotten, denen Karl die Presbyterialkirche auf drei Jahre zugestandenDsz. 1647 hatte, rückten nach Nordengland ein; hier und in Wales erhoben sich dieAnhänger des Königs. Allein Cromwells Energie überwand die Gefahr."'^A^ug-Mit einem kleinen Heer schlug er die Schotten bei Preston zurück, drangin ihr Land ein und zwang sie, den Bund mit England zu erneuern.

'des Heeres' Das englische Parlament freilich vernahm Cromwells Sieg mit ge-heimem Grauen; es hatte während der Abwesenheit des Heeres nochmalsmit Karl verhandelt, der nun bereit war, auf die oft erhobenen Forde-rungen über die Heergewalt einzugehen. Hiergegen erließ das zurück-gekehrte Heer eine „Remonstranz" und schritt, als das Parlament dieVerhandlungen fortsetzte, zur Gewalt. Zunächst wurde der König aufso.N-o. 4648 das einsame Felsenschloß Hurstcastle gebracht; sodann umstellte OberstDez. Pride das Parlamentshaus mit Truppen und bewirkte die Ver-haftung oder den Austritt von ungefähr 143 Mitgliedern. Die nachdiesem mit dem Namen Prides Reinigung belegten Vorgänge ver-bleibenden Mitglieder, etwa 80, bildeten nun das sogenannte Rumpf-parlament, das für sich die Rechte eines vollen Parlaments beanspruchte,aber vom Jndependentenheere völlig abhängig war. Cromwell hatte einerGewalttat gegen das Parlament zugestimmt, von der Art der Ausführungaber vorher nichts gewußt; nachträglich billigte er sie.

8 235. Hinrichtung des Königs (1649). Es wurde nun beschlossen,den gefangenen König vor einem außerordentlichen Gerichtshöfe desHochverrats anzuklagen, weil er Krieg gegen das Parlament ge-führt habe. Als das auf zwölf Mitglieder zusammengeschmolzene Ober-haus sich diesem Ansinnen widersetzte, erklärte das Unterhaus, „daß seinWille allein das Gesetz mache, da die Urquelle aller rechtmäßigen Gewaltbei dem Volke zu suchen und seine Mitglieder allein Volksrepräsentantcn

6./7.

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