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Dritter Band.
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8 257. Fünftes Kapitel: Literatur von 1618 bis 1660. Kunst des Barocks.

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an Gefühl und Phantasie, so daß er den Mangel an Erfindungsgabe durch das Studiumder Alten zu ersetzen strebte. Doch ist er durch die kunstgerechte Strenge seiner Dramatikund die satirische Behandlung des Stoffes das Haupt einer Schule geworden, zu der außerPhilipp Maffinger, einem sprachgewandten Charakterzeichner von großer Kraft, JohnFord, der seine ersten Stücke zusammen mit den Shakespearejüngern Webster, Dekkeru. a. schrieb, namentlich Francis Beaumont und John Fletcher zählen. Beider Namensind untrennbar verbunden durch die gemeinsame Arbeit an 25 Stücken, denen Fletchernach Beaumonts Tode ein zweites Viertelhundert hinzufügte. Stellt Reichtum der Sprachewie Tiefe und Eigenart der Empfindung Fletchern hart neben Shakespeare, so weisen ihndoch Übertreibungen und Schlüpfrigkeiten der Schule Jonsons zu, für die es bezeichnendist, daß mehrere und nicht die unbedeutendsten der damaligen Bühnendichter zugleich ihrund Shakespeares Vorgänge folgen, wie William Ro wley mit Nutest ut NiäniAstt gegen-über dem Nerv chVoirckor und der mit Shakespeare verfaßten Geburt Merlins,Middleton mit dem greuelvollen IVoinen stsrvurs IVonasn im Stile der ParteigängerJonsons. Auch John Marston z. B. in Antonio nvct Nolliäu, l'stv Nnleontsnt undJohn Webster sind nicht aus eine Schule eingeschworen. Webster war ein berufenerDramatiker und seine Herzogin von Malfi, Appius und Virginia, Der weißeTeufel oder Vittoria Accoromboua weisen ihm seinen Platz nicht fern von Shake-speare an.

Entschieden dagegen lenkten andere Zeitgenossen, zum Teil unabhängig vomMeister der nationalen Kunst, in die volkstümliche Bahn ein.

Auch in dieser Gruppe ist die gemeinsame Verfasserschaft üblich, die schon nach denfrüheren Anführungen geradezu als zeitbürtiger Brauch angesehen werden muß. So schriebGeorge Chapman außer eigenen Werken, wie die Verschwörung des Herzogs vonByron, zusammen mit dem Verfasser des Politikers und der Rache des Mädchens,James Shirleh, das Trauerspiel vonPhilipp Chabot; Thomas Dekker, in Olctllstrtuuutus und Tsts stonsst rvstors ein guter Menschenkenner, hat an den dichterischenSchönheiten Der jungfräulichen Märtyrerin Wohl mehr Anteil als sein MitarbeiterPhilipp Mas sing er. Bei 220 Stücken wird des unermüdlichen Thomas HehwoodName genannt, z. B. mit Richard Broome bei der Hexe von Lancashire und mitdem erwähnten William Rowley bei Glück zu Lande und zu Wasser.

In der Lyrik herrscht der Euphuismus (Z 185).

Er kennzeichnet die mitunter leichtgeschürzte Dichtung John Donnes, der wie Nashauch satirische Sittenbilder entwarf und in der Metaphysischen Schule zahlreiche An-hänger und Nachfolger gewann, z. B. Cowley mit kiväarie Oäss, Tsts vaviäoisU- a. m., George Herbert mit '1'sts Tsmxlo, Richard Crashaw mit 8tsxs to tsts Tsrapls,^uarles mit blmstlsms und Herrick mit Human auä Oivlus.

Mit seiner ansprechenden Lyrik blieb auch der berühmte Seemann (8 159) undGeschichtschreiber (Z 191) Walter Naleigh der allegorischen Mode Untertan; ihr entwandßch nur das ausgelassene Volkslied John Taylors.

§ 257. Die Literatur in Frankreich. Bis in Richelieus Zeit bliebMalherbe (ß 187) maßgebend.

Zu seinen nächsten Schülern gehören in der Oden-, Sonetten-, Stanzen- undEpigrammdichtung Theophile Viau, Maynard,Sarazin,der Schlossermeister Billautin Revers, der Proven^ale Pierre de Godolin oder Goudelin, der in der Spracheseiner Heimat dichtete, endlich der Chevalier de Racan. Dieser wandte sich der Schäfer-dichtung zu mit Idyllen (LsrAsriss), wie Nenaud deSegrais mit LAloAuss und bereitsdor beiden Honore d'Urfe, der Nachahmer Montemayors (8 95) in dem Romane J-strss.Gr schuf die Gestalt des schmachtenden Liebhabers Seladon.

Der enge Anschluß an die Formen und Dichtungsarten des Altertumsverblieb der französischen Literatur auch dann noch, als durch RichelieusAkademie (Z 219) ein höchster Gerichtshof für Sprache und Geschmack be-Ft'ündet war.

. Diese unter königlichem Schutze stehende Anstalt benahm übrigens der französischenUeratur die Freiheit der Entwicklung und drückte ihr höfischen Charakter auf. Nur- "?die Grammatik und das Wörterbuch der Akademie als sprachrichtig bezeichneten,no allgemeine Geltung, und ihre Rhetorik und Poetik bestimmten die Formen undd?^"' vian schreiben und dichten müsse. Hatte jenes wenigstens den Vorzug, daßb Schriftsteller Sprache und Stil beachten und ausbilden mußten, so schlug dagegen dieses

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JonsonsSchuleMassinger158?—1640Ford

1586—164l.Beaumont1584—1616Fletcher1579—1625

Marston1595-16S4Websterum 1575—1650 (?)

Chapman1557—1634Shirley1596—1666Dekker-l- 1640Thom. Heywood

1575—1648

Lyrik

Donne

1573-1631

Nalh

1567-1601

Metaphys.

Schule

Cowley

1618—1667

Crajhaw

1613-1649

Quarles

1592—1644

Herrick

1591—1674

Raleigh

1552-1618

Taylor

1580—1654

Viau

1590-1626Maynard1582—1646Sarazin1- 1654Billautf1662Godolin1580-1649Racan1589-1670Segrais1624-1701Urfe

1568—1625