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Mittelalter.
Attila, der schon längst auf Krieg sann, schickte Boten nach Italienzu dem Kaiser Valentinian, um Zwietracht zwischen den Römernund Goten zu säen, und ließ sagen, er wolle in keinem Punkte dasFreundschaftsverhältnis zu den Römern verletzen, aber er habe gegenden Westgotenkönig Theodorich einen Kampf auszufechten. Imübrigen hatte er seinen Brief mit vielen Schmeicheleien ausgestattet,um für seine Lügen Glauben zu finden. Auf gleiche Weise schickte erein Schreiben an den König Theodorich und forderte ihn auf, sich vondem Bündnis mit den Römern loszusagen.
Da sandte Kaiser Valentinian eine Gesandtschaft an König Theo-dorich mit folgendem Auftrage: „Eure Klugheit, tapferstes der Völker,gebietet es, euch mit uns gegen den Tyrannen der Welt zu vereinigen.Kommt daher dem Reiche zu Hilfe, von dem ihr einen Teil bewohnt!"Der König der Westgoten antwortete dem Gesandten: „Euren Wunsch,o Römer, wollen wir erfüllen. Wir werden nicht säumen, wider Attilazu ziehen. Wie übermütig er sich auch brüsten mag, so wissen doch dieGoten auch Übermütigen in der Feldschlacht kühn entgegenzutreten."
Diesen Worten des Königs jubelte das Volk der Westgoten Beifallzu. Alle zeigten Kampfeseifer und begannen sich zu rüsten, und derKönig brachte ein großes Heer zusammen. Von seinen Söhnen ließer vier zu Hause, nur die beiden ältesten, Thorismund und Theodorichnahm er mit sich zum Kampfe.
Auf Seiten der Römer besaß der Statthalter Aetius, derdamals die Stütze des Westreiches war, solche Umsicht, daß er, nachdemer seine Truppen von allen Seiten zusammengezogen hatte, dem wilden,unzählbaren Feinde wohl gewachsen war. Zu Hilfe waren ihm ge-kommen die Franken, Burgunden, Sachsen und viele andere germanischesowie auch keltische Völker. Zum Zusammenstoß kam es auf den kata-launischen Feldern, die sich hundert Leugas in die Länge und siebzig indie Breite erstrecken. Eine gallische Leuga aber beträgt so viel als 1300Schritte. Auf beiden Seiten waren es die tapfersten Heere, die hieraneinander gerieten. Das Schlachtfeld war eine Ebene, die sich all-mählich ansteigend zu einer Anhöhe erhob. Dieses Punktes suchten sichbeide Heere zu bemächtigen, weil seine günstige Lage nicht unbedeutendeVorteile bot. So besetzten die Hunnen mit den Ihrigen die rechte, dieRömer und Westgoten mit ihren Hilfsvölkern die linke Seite, und umden freien Gipfel des Berges erhob sich der Kampf. Auf dem rechtenFlügel stand Theodorich mit den Westgoten, den linken hielt Aetiusmit den Römern. In die Mitte hatten sie Sangipan mit seinen Ala-nen gestellt, weil sie sich auf seine Treue nicht zu verlassen wagten undihn daher zwischen zuverlässigen Leuten wissen wollten. Die Schlacht-ordnung der Hunnen war so geordnet, daß Attila mit seinen Tapferstenin der Mitte stand, bei welcher Anordnung der König erreichen wollte,inmitten der Kerntruppen seines Volkes vor jeder drohenden Gefahr