Band 
I. Teil.
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Mittelalter.

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so biete ich euch meinen Rat an. Erscheint er euch annehmbar, so wen-det euch zu mir und tretet unter meinen Schutz!"

Die Franken hörten des Königs Worte, klirrend schlugen sie ihreSchilde zusammen und riefen ihm laut Beifall zu. Sie hoben Chlod-wig auf den Schild und setzten ihn zum Könige über sich. So nahmer die Herrschaft und die Schätze Sigberts an sich und unterwarf dessenUntertanen seinem Szepter.

Darauf wandte er sich gegen König Chararich; denn als er widerSyagrius gestritten hatte, hatte Chararich, der zu ChlodwigsUnterstützung herbeigerufen worden war, abseits gestanden und keinemder Gegner geholfen. Er hatte vielmehr die Entscheidung abgewartet,damit er mit jenem, dem der Sieg zufiele, in Freundschaft sich verbinde.Deshalb hatte Chlodwig seinen Groll auf ihn geworfen und zog jetztwider ihn. Durch List nahm er ihn samt seinem Sohne gefangen, ließbeide fesseln und scheren und zu Geistlichen weihen. Da sie aber drohten,sich das Haar wieder lang wachsen zu lassen und ihn zu töten, da befahler, beide zum Tode zu führen. Nach ihrem Tode aber gewann er ihrLand, ihre Schätze und ihr Volk.

Den König Ragnachar, einen zügellos den Lüsten ergebenen Mann,hatten die Seinen, von Chlodwig bestochen, gefangen genommen.Sie banden ihm die Hände auf den Rücken und führten ihn zugleichmit seinem Bruder vor Chlodwig. „Warum," fragte der König,„hast du unser Geschlecht so erniedrigt, daß du dich binden ließest? Besserwäre es gewesen, du wärest gestorben!" Sprach's und zerschmetterteihm mit dem Beile das Haupt. Darauf wandte er sich zu dem Bruderund sprach: „Hättest du deinem Bruder Hilfe geleistet, wahrlich, nimmerwäre er gebunden worden!" Und in gleicher Weise tötete er ihn mitder Streitaxt.

So breitete er seine Herrschaft über ganz Gallien aus. — Als ereinst die Seinigen um sich versammelt hatte, soll er also gesprochenhaben: „Weh mir, der ich wie ein Fremdling unter Fremden zurück-geblieben bin und keinen Verwandten mehr habe, der mir, wenn mirein Unglück zustößt, helfen könnte!" Dies sagte er jedoch nicht in Trauerüber ihren Tod, sondern aus arger List, vielleicht, daß sich noch einerfände, den er aus dem Wege räumen könnte. ^

Nach solchen Taten starb er in Paris und wurde begraben in derKirche der heiligen Apostel, die er mit der Königin Chlotilde selbsterbaut hatte, nachdem seine Herrschaft dreißig Jahre gewährt und ersein Leben auf 43 Jahre gebracht hatte.

11. Aus der lbvx sulie».

Die I.6X ssIieL ist das erste geschriebene Gesetz eines germanischen Stammes,nämlich der salischen Franken. Seit dem 5. Jahrhundert wird auch bei anderen Stäm-