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Mittelalter.
Indes er so zu seinen Gefährten redete, stürzte der wütende Haufeder Heiden mit Schwertern und voller Kriegsrüstung über sie her undvergoß das Blut der heiligen Märtyrer. Darauf stürzte sich der Haufefrohlockend auf die Siegesbeute, zerstörte die Zelte und raubte auchdie Schreine, in denen sich die Bücher und die Kästchen mit den Reli-quien befanden, in der Hoffnung, darin eine Menge von Gold undSilber zu finden. Darauf begaben sie sich zu den Schiffen, in denensich der tägliche Lebensbedarf der Gottesmänner sowie ein kleiner Vor-rat von Wein in den noch verschlossenen Gefäßen befand. Ms sie nunden Wein entdeckt hatten, begannen sie sofort zu trinken und hieltendabei Rat, wie das Gold und Silber, das sie noch gar nicht gesehenhatten, verteilt werden sollte. Und da sie sich nicht einigen konnten,begannen sie allmählich mit Schimpfworten gegeneinander loszufahren,und endlich entstand so heftige Zwietracht, daß der von Wut und Tob-sucht erfüllte Haufe sich in zwei Parteien schied, welche die Waffen,mit denen sie kurz vorher die heiligen Märtyrer umgebracht, in grausigemKampfe gegeneinander kehrten. Nachdem dann der größte Teil destobenden Haufens niedergesunken, liefen die Überlebenden auf dieBeute zu; sie fanden aber, als die Behälter zerbrochen waren, statt desGoldes Bücher, statt des Silbers Blätter göttlicher Weisheit. So inihrer Hoffnung getäuscht, zerstreuten sie von den gefundenen Bücherneinige weit und breit auf den Feldern, andere warfen sie in das Röh-richt der Sümpfe. Doch wurden etliche der Bücher nach langer Zeitunversehrt wiedergefunden und nach dem Hause zurückgebracht, in demsie dem Heile der Seele dienten.
13. Das Leben Karls des Großen
von Einhard.
S. Reclam Nr. 1996.
14. Die Kaiferkrönung Karls des Großen. 25. Dez. 800.
Bei W. Jahr, Ouellenlesebuch, II. Teil: Übersetzungen und Anmerkungen.
Fränkische Reichsannalen.
(Große Lorscher Annalen.)
801. Gerade an dem allerheilig-sten Tage der Geburt des Herrn,da der König bei der Messe vordem Grabmal des heiligen Petrusvom Gebet aufstand, setzte ihm derPapst Leo eine Krone aufs Haupt,und das ganze römische Volk er-hob den lauten Ruf: „Dem Au-
Sog. Annalen Einhards.
(Eine Einhard zugeschriebene Überarbei-tung der fränkischen Reichsannalen.)
801. Da er aber an dem aller-heiligsten Tage der Geburt desHerrn zur feierlichen Abhaltungder Messe die Kirche des heiligenApostels Petrus betreten hatte undsich in unmittelbarer Nähe des Al-tars befand, wo er sich zum Gebet