Band 
I. Teil.
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Die Zeit des Absolutismus.

Gegeben zu Rom bei dem heil. Petrus unter Unserm Fischerringden 16. April 1701.

1«. Kunst und Wissenschaft unter Friedrich I.

Friedrich II-, lllämoires paar servil s. I'lustoire äs Is. mruson cke Lranckobourg.— Nach Schilling, Übersetzungen zum Quellenbuche.

Der Hofstaat war zahlreich und glänzend; Geld gab es infolge derZahlung von Hilfsgeldern seitens fremder Fürsten im Überfluß; derAufwand zeigte sich in den Bedientenkleidungen, den Gewändern, ander Tafel, den Kutschen und an den Bauwerken. Der König hatte zweider geschicktesten Architekten Europas in seinem Dienste und einen Bild-hauer namens Schlüter*), der in seiner Kunst ebenso vollkommenwar als die ersteren in der ihrigen. Bodt schuf das schöne Tor vonWesel; er entwarf die Pläne zu dem Schloß und zu dem Zeughaus inBerlin; er baute das Postgebäude an der Ecke der großen Brücke unddie schölle von Kunstfreunden zu wenig gekannte Säulenhalle des Pots-damer Schlosses. Eosander errichtete den neuen Flügel des Char-lottenburger Schlosses und den Münzturm, der später niedergerissenwurde. Schlüter schmückte das Arsenal mit den Trophäen und denschönen Masken sterbender Krieger, welche die Bewunderung der Kennererregen, und ließ das Reiterstandbild des Großeil Kurfürsten gießen,welches für ein Musterwerk gehalten wird.

Die schönen Künste, die Kinder des Überflusses, begannen zublühen: die Malerakademie, deren erste Professoren Pesne, Wer-ner, Weidemann und Leygebe waren, wurde gegründet; aberaus ihrer Schule ging kein Maler von Ruf hervor. Etwas Bemerkens-werteres ulld was die Fortschritte des menschlichen Geistes weit mehrbetrifft, war die Gründung der Königlichen Akademie der Wissen-schaften im Jahr 1700. Die Königin Sophie Charlotte trug das meistedazu bei. Diese Fürstin hatte den Geist eines großen Mannes und dieKenntnisse eines Gelehrteil; sie hielt es nicht einer Königin für un-würdig, einen Philosophen hochzuachten. Es ist bekannt, daß dieserPhilosoph Leibniz war; und da diejenigen, denen der Himmel geistigeBorzüge verliehen hat, sich auf die Stufe der Fürsten erheben, würdigtesie Leibniz ihres Umganges. Sie tat noch mehr: sie schlug ihn als alleinfähig vor, diese neue Akademie zu gründen. Leibniz, der sozusagenmehr als eine Seele hatte, war wohl würdig, einer Akademie vorzu-stehen, welche er nötigenfalls ganz allein vertreten haben würde. Errichtete vier Klassen ein: eine für Physik und Medizin, die andere für

*) Schlüter war auch ein ausgezeichneter Architekt: er baute in Berlin dengrößten Teil des Schlosses, das Postgebäudc an der Ecke der großen Brücke und denMünzturm, der später abgetragen wurde.