Band 
I. Teil.
Seite
188
JPEG-Download
 

188

Die Zeit des Absolutismus.

Ihr werdet Euch zu besinnen wissen, was nunmehro vor Jahr undTag passieret ist und wie schändlich Ihr Euch aufgeführet, auch was vorein gottloses Vornehmen Ihr gehabt. Da ich Euch nun von Jugend aufbei mir gehabt und Euch also wohl kennen müssen, habe ich alles in derWelt getan mit Gutem und Bösem, um Euch zum ehrlichen Manne zumachen, und da ich Euer böses Vornehmen schon einigermaßen soup-yonnieret, habe ich Euch aufs allerrüdeste und härteste im sächsischen Lagertraktieret, in Hoffnung, Ihr würdet in Euch gehn und eine andre Con-duite annehmen, mir Eure Fauten offenbaren und um Vergebungbitten, aber alles umsonst, und seid Ihr immer verstockter geworden.

Wenn ein junger Mensch Sottisen tut in Courtoisieren, lieder-liche Händel anfängt und dergleichen, solches kann man noch als Jugend-fehler Pardonnieren, aber mit Vorsatz Locheisen und dergleichen garstigeAktion zu tun, ist impardonnable.

Ihr habt gemeint, mit Eurem Eigensinne durchzukommen, aberhöre, mein Kerl, wenn du auch 60 und 70 Jahre alt wärst, so sollst dumir nichts vorschreiben. Und da ich mich bis Dato gegen jedermannsoutenieret, wird es mir an Mitteln auch nicht fehlen, dich zur Raisonzu bringen.

Wie habe ich es nicht in allen Occasionen ehrlich mit Euch gemeint:wie ich das letztemal Nachricht kriegte von Euren Schulden, wie habich Euch väterlich vermahnt, mir alles zu entdecken. Ich wollte allesbezahlen, Ihr solltet mir nur die Wahrheit sagen. Worauf Ihr mir ge-saget: Ihr wäret über die benannte Summe noch 200 Taler schuldig,welche ich denn bezahlet und meinen Frieden mit Euch gemacht. Näch-stem hat es sich aber gefunden, daß Ihr überdem noch viele Tausendeschuldig gewesen, und da Ihr nun gewußt, daß Ihr es nicht bezahlenkönnen, so war es so gut, als wäre das Geld gestohlen worden . . .

Seine Königliche Majestät frugen ihn hernach, ob seine Intentionnicht wäre gewesen, nach England zu gehn. So er mit Ja beantwortete,worauf Seine Königliche Majestät sagten: Nun höret die Suiten an!Eure Mutter würde in das größte Unglück geraten sein, weil ich sie natu-rellement soup?onniert hüben würde, als wenn sie mit von der Sachegewußt; Eure Schwester hätte ich lebenslang au einen Ort gesetzet, wosie weder Sonne noch Mond beschienen hätten. In das Hannöversche wäreich mit meiner Armee gezogen und hätte alles brennen und sengen lassen,sollte ich auch mein Leben, Land und Leute sacrificieret haben. Seht,das sind die Früchte Eures unbesonnenen und gottlosen Verfahrens. Undda ich Euch sonsten in allerhand Krieges- und Civil-Kommissionen wollenemployieren, wie dürftJhr Euch nun nach einer solchen Aktion vor meinenOffizieren und übrigen Bedienten zeigen? Das einzige, was diesesreparieren kann, ist, daß Ihr mit Hintersetzung Eures Blutes suchet,diese Faute zu reparieren.