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Die Zeit des Absolutismus.
die Dachziegel abgenommen und sogar die Dächer voll Zuschauer; aufden Straßen mußte man fürchten, erdrückt zu werden.
Zwei Meilen von Berlin traf der König schon viele seiner Unter-tanen, von Sehnsucht getrieben, und die, welche ihm zu Pferde entgegen-gekommen waren, um ihn bis zum Schlosse zu begleiten. Der Könignahm sie mit Zufriedenheit und Güte auf. Er saß in einem offenenWagen mit seinen Brüdern, den Prinzen Wilhelm und Heinrich. DieMenschenmasse erlaubte ihm nur, Schritt zu fahren; doch dies machteden Einzug nur feierlicher, an dessen Spitze sich der General-Postmeistermit hundert blasenden, blau und orange gekleideten Postillonen befand.Diesen folgten die Fleischhauer der Stadt und der Umgegend zu Pferde.Sie waren braun gekleidet, trugen goldbetreßte Hüte und blaue Feldzeichenund bildeten eine Schwadron, woran sich der Oberjägermeister mit allenJagdoffizianten und Jägern aus den nächsten Bezirken schloß. Jetztkam ein Detachement des königlichen Jäger-Regiments und dann eineSchwadron Freiwilliger, dunkelblau uniformiert und prächtig beritten,welche aus den vornehmsten Bürgern Berlins bestand. Diese umgabenden Wagen des Königs. Viele Pagen des Monarchen und der Prinzenfolgten zu Pferde, und eine Abteilung der Garde-du-Corps beschloß denZug, einer langen Reihe von Kutschen nicht zu gedenken, deren Besitzerdem Könige entgegengefahren waren. Die Bürgergarde, durch derenReihen der König fuhr, Präsentierte das Gewehr, die Offiziere grüßtenmit den Spontons und den Fahnen, die Trommeln wirbelten, und dasVolk schrie jubelnd: „Es lebe der König, es lebe Friedrich derGroße!" Frauen und Mädchen bestreuten des Königs Weg mit Blumen,und aus den Fenstern flogen Lorbeerkränze auf den Wagen des Mon-archen. Ich habe nie ein rührenderes Schauspiel gesehen. Der Pompder Höfe, die Feierlichkeiten, die auf Befehl eines Fürsten ins Lebentreten, täuschen oft, aber hier war nicht das geringste angeordnet. BloßBewunderung und Liebe der Untertanen hatte alles eingerichtet und an-gestellt. Der König war ernst und bewegt, man las das Gefühl seinerWürde, aber auch das Glück, der Herrscher eines solchen Volkes zu sein,auf seinen: Gesicht. Er grüßte rechts und links und rief dem sich zu-drängenden Volke mehrere Male zu: „Erdrückt euch nicht, meine Kinder,nehmt euch vor den Pferden in acht, damit euch kein Unglück begegne!"Dabei warf er allen gütige Blicke zu, sprach mit denen, welche ihm nahekamen, noch besonders und machte dadurch die allgemeine Freude voll-kommen.
27. Der König an Cocceji.*) 1749.
Es hat mir zu besonders gnädigem Gefallen gereichet, daß Ihr mirin'Euren: Berichte von: 20. dieses sowohl den ersten Teil des Projekts
*) Seit 1738 Chef der Justiz in allen preußischen Staaten.