Die Zeit des Absolutismus.
22Z
<daß nämlich eine zwischen dem Fischteich und derArnoldschen Mühle gelegene andereMühle nicht über Wassermangel zu klagen gehabt hat) nicht ausgeklärt und stets miß-trauisch, wenn ein Gericht für einen Großen gegen einen Kleinen entscheidet, ist überdie — wie ihm scheint — zweifellose Rechtsbeugung empört. Er entläßt, um ein„Exempel zu statuieren", den Großkanzler von Fürst, kassiert zwei der Kammer-gerichtsräte und verdammt sie zu einjähriger Festungshaft.
Seme Majestät wollen, daß (gegen) jedermann, er sei vornehmoder gering, reich oder arm, eine prompte Justiz administriert wirdund einem jeglichen Dero Untertanen ohne Ansehet: der Person unddes Standes durchgehends ein unparteiisches Recht widerfahren soll.Seine Königliche Majestät werden daher in Ansehung der wider denMüller Arnold aus der Pommertziger Krebsmühle in der Neumarkabgesprochenen und hier approbierten höchst ungerechten Sentenz einnachdrückliches Exempel statuieren, damit sämtliche Justizkollegia inallen Dero Provinzen sich daran spiegeln und keine dergleichen grobeUngerechtigkeiten begehen mögen; denn sie müssen nur wissen,daß der geringste Bauer, ja was noch mehr ist, der Bettler,ebensowohl ein Mensch ist wie Seine Majestät, dem alleJustiz widerfahren muß, indem vor der Justiz alle Leutegleich sind, es mag sein ein Prinz, der wider einen Bauern klagteoder auch umgekehrt, so ist der Prinz vor der Justiz dem Bauergleich, und bei solchen Gelegenheit n muß nur nach der Gerechtigkeitverfahren werden, ohne Ansehen der Person. Danach mögen sichdie Justizkollegia in allen Provinzen richten, und wo sie nicht mitder Justiz ohne alles Ansehen der Person und des Standes geradedurchgehen, sondern die natürliche Billigkeit beiseite setzen, so sollensie es mit Seiner Königlichen Majestät zu tun kriegen.Denn ein Justizkollegium, das Ungerechtigkeiten ausübt, ist gefährlicherund schlimmer als eine Diebesbande. Vor dieser kann man sich schützen,aber vor Schelmen, die den Mantel der Justiz gebrauchen, um ihreüblen Passionen auszuführen, kann sich kein Mensch hüten; die sindärger als die größten Spitzbuben, die in der Welt sind, und meritiereneine doppelte Bestrafung.
48. Randversügungen des Königs.
Das geistliche Departement fragtan, ob die „römisch-katholischenSchulen bleiben sollen." 1740.
Ein Berliner Weinhändler bittetum Entschädigung für die ihm vonden Russen weggeführten 82 FässerWein. 1763.
Die Religionen müssen alle tolle-riret werden und mus der Fiscalnuhr das Auge darauf haben, daßkeine der anderen Abbruch tuhe,den hier mus ein jeder nachseiner Fasson selig werden.
Warum nicht auch Was er beider sündfluht gelitten Wo seineKeler auch unter Wasser gestanden.