242 Gründung des römischen Reiches deutscher Nation und dessen Ausbau.
Erzbistum gründet, und im Jahre 1000 zur Gruft Karls desGroßen. Dreimal zieht er nach Rom; der von ihm eingesetztePapst Gregor V., der erste deutsche Papst, ein Urenkel Ottos I.,wird jedoch vom römischen Adel vertrieben, ebenso später der gleich-falls vom Kaiser eingesetzte Silvester II. und schließlich er selbst.23 jährig stirbt der Kaiser gebrochenen Herzens in der Nähe vonRom. Deutschland hinterläßt er in Verwirrung.
1002—1024. Heinrich II. Wiederherstelle des Reiches. Kämpft mitBoleslav Chrobry von Polen, erwirbt sich die Anerkennungseines Erbrechts in Burgund, gründet das Bistum Bamberg.
Anm.: Unter den Ottonen blüht die ottonische Renais-sance, eine in der Form wesentlich lateinische Bildung, deren Haupt-sitze die bischöflichen Residenzen und die Klöster sind. Erzb. Brunvon Köln, Bischof Bernward von Hildesheim, Thietmar von Merse-burg, Mönch Widukind von Korvey, Ekkehard (Waltharilied), dieNonne Roswitha von Gandersheim (Geschichte Ottos I. in Hexa-metern, lateinische Dramen).
c) Machthöhe des Reiches unter den Saliern Konrad II. undHeinrich III.
1V24—1039. Konrad II. Er vereinigt Burgund mit dem Reiche(1030 Tod Ernsts von Schwaben), gewinnt die unter Heinrich II.abgetretene Lausitz von Polen zurück, tritt aber die Mark Schleswigan Knut, den König von Dänemark, England und Norwegen, ab,begünstigt die kleineren Lehen durch Gewährung der Erblichkeit.
1039—1056. Heinrich III. Unter ihm erreicht das Reich die größteAusdehnung: er unterwirft den Herzog von Böhmen, machtUngarn lehnspflichtig und erstreckt die Lehnshoheit auch über dieNormannen in Unteritalien.
1046. Synode zu Sutri (bei Rom): Heinrich HI. setzt die drei gleich-zeitig vorhandenen Päpste ab und ernennt einen Deutschen zumPapste. Indem er aber später Leo IX. auf den päpstlichen Stuhlhebt, fördert er die cluniazensische Richtung, eine asketischeReformbewegung, die, vom Kloster Cluny ausgehend, die Befreiungder Kirche von allem Weltlichen, sogar von der weltlichen Herr-schaft erstrebt. Auch den Bemühungen der Cluniazenser um denLandfrieden, die in Frankreich zum „Gottesfrieden" (Irenas. Del)führen, zeigt sich Heinrich III. geneigt.