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I. Teil.
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Erneuerung des Katholizismus.

2. Restauration („Gegenreformation") des Katholizismus.

a) Der Jesuitenorden.

1534 stiftet Jgnatius Loyola mit 6 Genossen, darunter Franz Xaver,Jakob Lainez, einen Bund, der 1540 vom Papste als Socistasckesu bestätigt wird. Das Ziel der „Gesellschaft Jesu" ist die Er-richtung einer katholischen (päpstlichen) Weltmonarchie, alsoBekehrung der Heiden, in Europa der Ketzer, d. h. Ausrottung derProtestanten. Die Verfassung des Ordens ist zentralistisch-monarchisch-militärisch, das Hauptgelübde der Mitglieder unbedingter Gehor-sam gegen die Oberen und den Papst („perinäs uo ouckuver"),das Hauptmittel zur Ertötung des eigenen Willens sind die geist-lichen Übungen („kWrcitig. spirituulin"). Ihre Wirksamkeit er-streckt sich vor allem auf Jugendunterricht (in Rom dasOoIlsAium Romuuuw und für Deutsche das Ooils^ium Oermuuioum),auf Predigt und Seelsorge (Beichtväter an Höfen) und aufMission (Franz Xaver in Vorderindien; nach 1600 kommunistischerOrdensstaat aus bekehrten Indianern in Paraguay). — Gefährlichist die Morallehre einzelner Jefuiten: der Probabilismus, nachwelchem für die sittliche Güte einer Handlung die Zustimmungeines angesehenen Jesuiten oder ein anderer „wahrscheinlicher Grund"genügt; der Gedankenvorbehalt (reservalio mentalm), nach welcheman sich Böses erlaubt ist, wenn etwas anderes, Gutes dabei gedachtwird; der Jntentionalismus, nach welchem der Zweck das Mittelheiligt. Pascal, Fischart, in neuester Zeit Graf Hoensbroech, habendie Morallehre bekämpft. (1773 Aufhebung des Ordens, 1814Wiederherstellung, 1872 Jesuitengesetz für das Deutsche Reich.)

d) Erneuerung der Inquisition*) 1542 in Rom durch Paul III.Kardinal Caraffa entfaltet als Großinquisitor eine furchtbare Tätig-keit. Als Papst Paul IV. (1555—1559) legt Caraffa den Inäsxlibrorum proliidilorum an. — Giordano Bruno 1600 in Romverbrannt.

e) Das Tridentiner Konzil, mit mehrfachen langen Unterbrechungenvon 1515—1563, gibt den Dogmen eine straffe, gegenprotestantischeFassung, reformiert die Kirchenzucht, erhöht die Papstmacht. Essteht ganz unter jesuitischem Einflüsse. In der letzten Sitzung er-heben sich alle Prälaten und verfluchen die Ketzer („TliiMiömg,eunelis lmoretieis").

ä) Gegenreformatorische Erfolge unter Rudolf II.

Ferdinand I. 1558—1564, mild; Maximilian II. 1564—1576,reformationsfreundlich; Rudolf II.**) 1576—1612, streng katholisch.

*) s. Sbmieder, Lektüre: Die Wiederherstellung der Inquisition von Rancke.

**) Rudolf II., wissenschaftlichen Liebhabereien lebend, ruft Tycho de Brahe

nach Prag und mit ihm den Smwaben Kepler, Thchos Gehilfen und Nachfolger.

Unter Rudolf wird auch der Gregorianische Kalender 1582 im Reiche eingeführt.