Buch 
Lese-Bibliothek zum Nutzen und Vergnügen aller Klassen Leser / Errichtet von Rathsschreiber Balthasar.
Entstehung
Seite
115
JPEG-Download
 

für Frauenzimmer. 115

ei» Mädchen für ihre Geistesbildung wenigstens eben soviel thun müsse, als für ihren Putz; das sie nicht ei»genklich gelehrte, aber doch allgemeine Kenntnisse haben,nicht eigentlich Philosophie, aber doch die Resultate derPhilosophie wisseir sollte, um mit Würde und Anstandden Platz: Gehülfinn des Mannes einnehmen zu können.

Man hat zuweilen ernsthaft darüber gestritten, obdie Weiber Menschen waren? und sicher hat die Frageein Narr aufgeworfen, oder ein Hagestolz; allein, obdie Weiber ihre Bestimmung als Menschen erfüllt ha-ben, wenn sie heyrarhen, Kinder auf die Welt bringen,und ihre Zwischenzeit mit kochen, waschen, striken, spin-nen und Fillet machen zubringen? das wäre eine Frage,deren richtige Beantwortung eine große Veränderung inder Erziehung des weiblichen Geschlechts hervorbringenmüßte. Die Damen haben diese Frage zwar schon imAllgemeinen mit iftcm beantwortet; denn sie haben sich' großentbeils des Nähens, des Spinnens und des Ko-chens entledigt. Sie haben dafür zur Karte gegriffen,und vielleicht dadurch den ärgsten Misgriff gethan, dermöglich war. Die Natur hat sehr bestimmt jedem Ge-schöpf seine Pflichten angewiesen, und vielleicht dem weib-lichen Geschlechte bestimmter, als jedem andern.

Die Frau ist Weib und Gesellinn des Mannes,Theilnehmerin an Allem was er besitztund wahrhaftig so gut Tbeilnemcrinn an den Schätzen seines Geistes,als seines Vermögens. Die Haushaltung ist ihr Ge-schäft; denn die Natur hak sie schon durch Schwanger-schaft und Mutter seyn an das Haus gefesselt. Ihre

H -