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Neupolirter Geschicht-, Kunst- und Sittenspiegel ausländische Völcker : fürnemlich der Sineser, Japaner, Indostaner, Javaner ... Türken, Russen ... / dargestellt von Erasmo Francisci
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I2Z3 Das Vierdte Buch/

feiner erkrancken wolten/segelt er von dar

ab nach Adrianopel / eine Stadt unterdeß Groß-Türcken Bottmässigkeit / undetliche Meil von demPonto Euxino gelegen.

Mrwege. Als er nun der Orten feine Mittel

mrArtzt Marckschreyerisch rühmte / und etlichebu'Kch/ mir mehr Glück als Kunst gesund mach-Tlirckcn/in te/gelangt er in grossen Ruhm / und be--rosse-un. reichert sich in kurtzer Zeit mehr/als erzu Venedig nicht wünschen dörffen / daßer also wol sich hätte können begnügenlassen/wenn der Geitz nicht anfinge/ woer aufhören solte / und fich mehrten dieBegierden zu haben / wie der Wasser-süchtigen Durst indem Trincken.

Dieses Zerbi Namen wurde weitund breit beraubt / und käme auch fürSänder Baffa / einen von den grossenHerren an der Türckischen Pforten/ derunsägliche Schätze gesammlet hatte.Die-ser erkranckre an der Wasser- oder Trum-mel-Sucht / einer Unheilsamen Kranck-beit/nach derAertzte zu Constaminopeleinstimmigen Aussage. BesagterBassasendete zu Zerbi/ liesse ihm seinen Zustandvortragen / und befragen/ oberihmege,trauere das Leben zu erhalten ? Zerbisägte auf gut Zahnbrechertsch ja/ undwolle er sein Leben dargegen zu einemPfand setzen/diesen Bassadarvon zu brin-gen.

Der Bott erneuere fich über solcheZeitung (Massen wir leichtlich glauben/was wir gern hören) und versprach gül-dene Berge/ wenn er feinem VersprechenKrafft geben würde.

Zerbi lässt fich bitten / wendet fürseine Verfaumniß/ die Beschwerlichkeitder Reist/ sein Alter/ feine Krancken / dieer verlassen müsse.

Man verspricht ihm / wegen allesdessenSckad-los zu halten/und noch über-große Belohnung. Hierüber lässet ereine Verschreibung aufrichten / und ver-pfändet sein Leben gegen 4000. Kronen/für welche er den Bassa wieder gesundmachen solte.

Als nun Zerbi nach Constaminopelkommt / findet er den Krancken so auf-gelchwollen / als wenn er drey Schwei-ger in dem Leibe gehabt. Noch war die-ser Zerbi so verwegen / daß er fich unter-stehen dörffen / ihn zu heilen: welcheseraber nicht leisten können / sondern ihndurch seine Artzeney in deß MahometsParadts befördert. Die andre Aertzte/welche diesen Aufschneider gehasst / bedienten fich dieser Gelegenheit/Zerbi Übelnachzureden / und gaben aus / daß er den'

Baffa um das Leben gebracht. Er ent-

fchuldigte fich / so gut er möchte / fürwen-dend/ daß er zu spat zu der Kranckheit ge-zogen worden / daß die Kräfften nicht softarck / daß die Artzeneyen anschlagenkönnen.

Bevor er nun abreiste/ will der gei-tzige Thor das verschriebene Geld haben.Man läget chme/ er sol seinenWeg ziehen/oder man wolle seinen Frevel mit ver-dienter Straffe ansehen.

Er beklagte fich solches Undancksbeydem Dian oder Richter/welcher ihnmit stimm Begehren abgewiesen / undwird ihm in dem Alcoran gewiesen/ daßdeß Menschen Leben über sein gefetztesZiel nicht einen Augenblick länger dau-ren/ oder durch Artzeney verlängert wer-den könne.

Wider dieses Urtheil beklagt fichZerbi/ und will sich mit leerer Hand nichtabweisen lassen. Deß Bassa Erben stel-len sich/ als ob fie ihn bezahlen wollen/führten ihn in eine Kammer/ und lassenihn/mit einer Senne von einem Bogen/durch ihre Leibeigene erdrosseln/ dadurchdenn dieses Mida Geitz ersättiget wor-den.^)

Den Reigen der ungeschickten Aertz-te mögen beschließen die abergläubischeSegen-Sprecher / und dergleichen gott-loses Gefinde/ welches billig solle gantzvoran stehen: weil/durch ihre Gaucke-ley/ und Mißbrauch heiliger Wort/Gotthöchlich erzürnet wird / und fie dem Pa-tienten / der sich solcher unseligen LeuteHülffe bedient/ mehr an der Seelen scha-den/denn am Leibe nutzen.

Daher gehören alle die Gebete undSprüche/womit manche heillose Leute/Wunden und Kranckheiren zu heilen/Feuers-Brünste/ und andre Unfälle/zudämpffen / fich unterstehen.

Der Jesuit Delrio zehlet hiezu bil-lig auch das Gebet/ so weiland/ unter desSpannischen Soldaten / bräuchlich ge-wesen.

Mit welchem etliche/ die mancacorcs nannte/ und ein fchein-heiliges Le-ben führten/jederman umsonst kurirten/solcher Gestalt/ daß fie nur ein Schweiß-Tüchlein/ aufdie Krancken / legten/ unddabey folgende Worte sprachen / die be-sagter Jesuit/ aus dem Spanuisthem/La-teinisch; ich aber/ aus dem Lateinischem/Teutsch umgesetzt. ,

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(«) Aus dem grossen Schauplatz der Mvrd'A*schichte Herrn G P H-