So lange es Korsette gegeben hat, so lange wirdes wohl auch hier und da vernünftige Leutegegeben haben, die versucht haben, es aus derWelt zu schaffen. In der letzten Zeit habensich besonders in England und DeutschlandVereine für Kleiderreform gebildet, und einsichtigeFrauen und Aerzte haben sich der guten Sacheangenommen. Eine Kleiderform, die gesund seinwill, muss zunächst an keiner Stelle den Körpereinengen wollen. Von einer Taille darf alsodabei keine Rede sein. Erfordert das Auge eineTeilung der langen Linie des Kleides oder eineZusammenfassung des Faltenwurfs, so darf selbstder Gürtel nur als ein Besatz aufgefasst sein, deram Kleide so befestigt ist, dass er nicht seinen Haltdurch Zusammenpressen des Körpers erreichenmuss. Das Gewicht des Kleides muss von denSchultern, den natürlichen Lastträgern, getragenwerden, das ist die fundamentale Bedingung fürden gesunden Anzug. Die beste Vorstellung derzweckmässigen Form des Kleides giebt uns dasals Hänger bekannte Kleidungsstück der Kinder.
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