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Das ewige Antlitz : eine Sammlung von Totenmasken / Ernst Benkard ; mit einem Geleitwort von Georg Kolbe
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gestellt war, ehe er der Erde übergeben, wurde. Da dies im Monat Mai in Süd­ italien stattfand, ist vielleicht die Annahme erlaubt, daß die ausgestellteLeiche eine Effigies gewesen.

Bei dieser Annahme würde sich die Entstehung und Verwendung derWachsmaske des Toten zwangslos erklären, zumal sie aus dem Kloster, inwelchem der Heilige seine irdischen Tage beschlossen, in das Provinzmuseumzu Aquila gelangt ist. Der Erhaltungszustand des Stückes ist ein erstaunlichguter.

Die Maske diente aber auch, was zu beachten ist, als Vorbild für Statuendes Heiligen; das charakteristischste Exemplar dieser Art, eine Terrakotta-statue in Vorderansicht, eine Arbeit des Niccolö dellArca (etwa 1450),befindet sich in der römischen Privatsammlung Ruggero Schiff-Giorgini.(Casimir von Chledowsky: Siena . Berlin 1923 Bd. II S. 108f. Max Kirch-stein: Siena . München 1923 S. 456. Piero Misciatelli: La Maschera di S. Ber-nardino da Siena. Rassegna dArte Senese Anno XVIII 1925 Fascicolo III.)Die Photographien sind ein Geschenk des Baron G. B. Manieri, Direktorsdes Museums zu Aquila.

(3) FILIPPO BRUNELLE SCHI, der bahnbrechende Architekt der italie-nischen Frührenaissance, der Meister der Kuppel des Florentiner Domes,wurde im Jahre 1377 in Florenz geboren und ist daselbst am 15. April desJahres 1446 gestorben.

Es ist ein Beweis für die ungewöhnliche Verehrung und Wertschätzung,deren sich der Künstler schon unter seinen Zeitgenossen erfreute, daß dieOpera del Duomo die Beisetzung Brunelleschis in S.Maria del Fiore beantragteund seinem Pflegesobn und Universalerben, dem Bildhauer Cavalcanti , denMarmor für das Grabdenkmal unentgeltlich zur Verfügung stellte. Andrea di Lazzaro Cavalcanti , nach seinem Geburtsort gewöhnlich Buggiano genannt(1412-1462), hat im Jahre 1447 seinem großen Pflegevater an der Wand desrechten Seitenschiffes des Florentiner Domes das Grab mit der bekanntenReliefbüste errichtet. Diese Reliefbüste wurde nacb der Totenmaske desMeisters gearbeitet, welche Cavalcanti abgenommen batte. In diesem Fallebedeutet also die Totenmaske nachweislich das technische Hilfsmittel einesKünstlers, der seinen Fähigkeiten nicht allzusehr vertraute. Das Original be-findet sich im Museo di S. Maria del Fiore, der sogenannten Opera del Duomo .(Giorgio Vasari : Le Vite etc. ed. Guglielmo della Valle Siena 1791 Bd. IIIS. 129f., keine Erwähnung der Totenmaske. Cornel von Fabriczy: Filippo6