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Sibyllinlsche Blätter.
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Die Familie,isucht, deren bloßer Nameden Verdacht einer ansteckenden Krankheit giebt,ist es in unfern Tagen mehr als jemals.Dieser Eigennutz, der ganze Geschlechter ver-einigt, dem gemeinen Wesen diejenige Hülfeabzudringen, die Verwandte sich selbst einan-.der zu leisten schuldig sind, hat die schädlicheNachsicht für die Familienkinder ausgebreitet,denen man, trotz ihrer Dummheit und Nichts-würdigkeit, sich fast nicht mehr unterstehet, Vvr-ziehungen und Bedienungen abzuschlagen, unddie durch die Niederträchtigkeit ihrer Versprecherund Beförderer bald selbst in den Stand ge-setzt werden, sich wiederum in der Wahl an-derer zu rechtfertigen. Daher jene Verschwö-rungen gegen Verdienste, deren Lohn man mitseines Gleichen zu verschwägern sucht, um dieGesetze im Nothfall entwaffnen und die Aus-leger derselben klug machen zu können; daherjene Pflanzschulen des Bocksbeutels, andessen Dienst gewissen Häusern mehr gelegen,als den Zünften zu Ephesus an der Jung-ferschaft der Diana.
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