Bearäbniß. 69
ge Mänalus in Arcadien begraben waren, wurdendem Ausspruch eines Orakels zufolge ausgegrabcn,nach Mantinea gebracht und in den Tempel der Juno,nahe bey ihrem Altar begraben b). Fast sollte manmeynen, daß die Christen hierin die Griechen nachge-ahmt hatten. In den ersten Zeiten des Christenthumsbegrub man die Märtyrer in Klüfte, die man nach undnach zu geräumigen unterirdischen Höhlen erweiterteund Schlafkammcril nannte. Andere schätzten es baldfür ein Glück, wenn ihre Gebeine neben der Asche ei-nes Märtyrers ruhen dursten, wozu wohl der Aber-glaube, daß es einen Einfluß auf das Wohl der Seelehabe, wenn der Leib in einer durch die Gebeine einesMärtyrers geheiligten Erde ruhe, das seinige beyge-tragen haben mag. In der Folge zeichnete man dieGräber der Märtyrer dadurch aus, daß man weißeAltäre darüber errichtete. Im vierten Jahrhundertfing Muli an, Kirchen darüber zu bauen, und weck manglaubte, daß ein Ort durch die Asche der Märtyrervorzüglich geheiliget würde: so suchte man, bey Er-bauung neuer Kirchen in den Städten, dieUiberbleib-sel der Märtyrer sorgfältig auf und begrub solche un-ter den Altar der neu erbauten Kirche, um dieser da-durch den Ruf der Helligkeit zu verschaffen c). DerGedanke, daß es ein besonderes Glück sey, neben einemMärtyrer begraben zu werden, wurde immer gemei-ner unter den Christen, und Kaiser Konstantin, derim Jahr ZZ/ n. C G. starb , war der erste, von demman weiß, daß er sein Grab in einer Kirche, undzwar in der Apostelkirche zu Konstantinopel bestellte,wozu er, als der Erbauer derselben, vielleicht ein Recht