Format, Formschneidekunst. Z4r
wie Stockwerke austhürmten; auch Stativs redetvon den hochgethürmten Haaren b). Zu Anfange desiL. Jahrhunderts eiferte der Carmelitermönch Tho-mas Conecke, ein Bretanier, der 14^4 verbranntwurde, sehr heftig wider einen Kopfputz der Frauen-zimmer in Flandern, welcher Hennin genannt wur»de. Er bestand aus einem reich geschmückten Wnlst,der eine Elle hoch und wie ein Glockenthurm zuge-spitzt war; hinterwärts hingen lange mit reichenFranzen besetzte Flore, wie Fahnen, hinab c). ZuKarls des VI. Zeiten trugen die Frauenzimmer inFrankreich ausscrordentlich hohe und breite Cornette,die auf jeder Seile zwey grosse so breite Ohren hat-ten, daß sie damit nicht wohl durch eine Thüre hindurchkommen konnten ä). Die Fontangen kamen gegen 1634auf und haben ihren Namen von der Maitresse Lude-wigs XIV. Namens Fontange, erhalten; als dieserKönig sein Mißfallen über diese hohe Tracht zu er-kennen gab, kam solche im Jahr 1699 wieder ab.
a) Iuven» 1 . 8st. VI. v. Zoc>. b) 8lLtii>5 8ilv, 11 .I.ib. 1. v. uz. c) ksraäirl /Vnnsles <1s Kourgsznsx. 700. /^rßLntre Hiü. äs Lietszse I.ib. X. cd. 4r.
Format s. Bücherformat.
Formerkunst s. Bildformerkunst, Töpferknnst.Formschneidekunst ist die Kunst allerley Fi-guren in Holz zu schneiden. Zuerst wird die Zeichnungaufdie Holztafel aufgerissen, dann schneidet der Form-schneider mit einem stählernen gehärteten Messer das-jenige Holz, welches nicht von der Zeichnung einge-schlossen ist, weg . so, daß nur die vorgezeichnete Fi-