Gartenkunst. 9
rungszeit des Procas, eines Königs der Lateiner, al-so zwischen Z2z4 und za 66 , setzt. Sie gab sich be-sonders mir der Wartung der Obstbäume ab, befreyelesie von den schädlichen Wasserreisern, beschnitt die all-zuschnell aufschiessende Neste und verstand das Oculi-rcn und Pfropfen lek). Auch über die Blumen hattendie Römer eine besondere Gottheit, nemlich die Flo-ra, gesetzt U). Lucullus, der aus den eroberten Län-dern fremde Gewächse nach Rom schaffen liest, brach-te die Gärten in grössere Aufnahme. Virgil mm)gedenkt schon vieler Gartengewächse und Horaz an)fürchtete sogar, daß die allzugrosse Gartenliebhabe»rcy dem Feldbau schädlich werden möchte. EinenBeweis von dem Geschmack der Römer in derGartenkunst liefert uns der jüngere Plinius 00),welcher die Schönheiten des Tusculanischen Vor-werks beschreibt und dabey der mit Buchsbaumund Bärenklau eingefaßten Beete, eines Spazier-gangs, der sich wie eine Rennbahn herumbog, ei-nes Reitplatzes , der Rasenbetten und der Brunnengedenkt.
Die Alten machten von ihren Gärten mannigfal-tigen Gebrauch; sie wohnten daselbst pp); man be-wirthete die Fremden darinn M), ste waren auch dergewöhnliche Ort, wo man sich badete rr); man ließsich hinein begraben, wie schon der König Manassethat;s); und die griechischen Welkweisen pflegtenauch darinn zu lehren. Lacydes, der um ZZ 4 Z be-rühmt war, lehrte in einem Garten, den Attalus,König von Pergamus, angelegt hatten),