Band 
Zweyter Theil.
Seite
11
JPEG-Download
 

Gartenkunst. *'

dc la Quintinie, der in dieser Absicht ganz Italiendurchreiset? und hernach die ersten Proben seinerGartenkunst in dem Garten des Herrn Tambonneaumachte. Der König ertheilte ihm hierauf eine ganzneue Charge, nemlich die eines Generaldirektors derGarten der königlichen Häuser. Er war es auch, derden neuen Küchcngarten zu Versailles anlegte und ihnin Z4 Gärten eintheilte, er erfand die Schräg-undKrummschnitte, lehrte das Pfetzen der Bäume 77)und schrieb auch eine Anweisung zur Gartenkunst22).Zu seiner Zeit wurde eS Mode, Dbstbäume an Ge-ländern zu ziehen, welches er 1680 als eine neue Er-findung beschrieb sas). Den Aberglauben von der Ein-wirkung des Mondes auf die Gewächse verwarf erund zeigte, wie man neu zu sehende Bäume be-schneiden sollte. Nachher erfand ein anderer Franzo-se, der sich nicht nannte, die Bemessungen in Formeines Regens, wie auch die Kunst, Bäume ohneErdschollen mit Aesten und Wurzeln zu versetzenund sie im ersten Jahre tragbar zu machen ddb).Noch mehr that sich le Nautre (andere schreiben lcNote) in der Gartenkunst hervor. Er legte denGarten der Thuillerien und den grossen Garten zuVersailles an, welchen letztem er mit Labyrinthen,Tanzsäälen und Triumphbögen von Gebüschen zier-te ccc).

Die wahren Grundsätze der Lustgärtnercy haktensich noch bey den Chincsern erhalten; die Engländerfolgten ihnen nach und führten die übrigen Euro-päer wieder zu denselben zurück äää). Der erste Gar-ten im stneslschcn Geschmack wurde von Kent, im