Band 
Zweyter Theil.
Seite
63
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Gestalt der Lrde.

fts nur von einer starken Schwingung herkommen kann;so müssen die Schwingungen der Erde beym Aequa-tor schneller und stärker seyn, als in andern Ge-genden, die von demselben mehr nach Norden undSuden liegen. Die Schwingung der Erde kann abernur alsdrnn unter dem Aequator schneller als anandern Orten seyn, wenn die Erde daselbst viel hö-her, als gegen Norden und Süden zu ist, so daßsie unter dem Aequator ihren größten Zirkel vonOsten nach Westen beschreibt, der sich gleichwohlmit den kleinsten Zirkeln (z. B. bey den Polen) ineinerley Zeit, aber, weil er den größten Raumdurchzulaufen hat, mit viel größter Schnelligkeit,als die kleineren Zirkel. um die Erdaxe schwingenmuß. Auf diese Weise kam man auf die Wahrheit,daß die Erde beym Aequator hoch, aber bey denPolen platt und eingedrückt seyn müsse, weil ihreSchwingungen bey dem Aequator heftiger, aber bei-den Polen unmerklicher waren.

Dieß hatten nun zwar Hupgcns und Newtondurch philosophische Gründe bewiesen, aber noch wuß-te man nicht, ob auch die Erfahrung ihre Schlüssebestättigcn würde. Um also zur Gewißheit zu kom-men , schlug de la Condamine im Jahr r/ZZ eineGradmessung beym Aequator und de Mauperkuisr/ZL eine andre in Lappland beym Polarkreise vor,worauf der König von Frankreich, Ludwig XV, 2Gesellschaften von Mathematikern, unter denen sichCondamine, Maupertuis, Cassini und Bouguer be-fanden, abschickte, wovon die eine 17ZL nach Peru,die andre 1726 nach Tornea in Lappland reisete.