Band 
Zweyter Theil.
Seite
83
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Gewölbe. 8z

Gewölbe ist eine krumme Decke von gebrann-ten oder gehauenen Steinen, die mit ihrer Krümmeeinen elliptischen oder auch einen Zirkelbogen bildet.Wenn die Decke nach einem vollen Zirkel fortgeführtwird und ein Stück von einem ausgehöhlten Cylindervorstellt: so wird sie ein Tonnengewölbe genannt. Wirdsie nach zwey Bogen aufgeführt, die einander durch-kreuzen: so heißt sie ein Kreuzgewölbe. Hak sie in derMitte ein Feld: so nennt man sie ein Spiegclgewölbc.Wenn die Durchschnitte der Bogen wegen der LangedeS Gemachs einander nicht erreichen : so ists ein Mul-dengewölbc. Im Fall, daß die Bogen höher, als einhalber Zirkel, geführt werden, führt die Decke den Na-men eines Klostergewölbes; hingegen wird sie ein ge-drücktes Gewölbe genannt, wenn der Bogen nicht fohoch als ein halber Zirkel geführt wird.

Die hölzernen Gewölbe scheinen frühzeitig bekanntgewesen zu seyn. Noah machte über die Arche eine ge-wölbte Decke; denn das Work, welches Luther in i-Mos. VI, »6. durch Fenster überseht hat, erklären dieneueren Ausleger, nach der Ableitung aus dem Ara-bischen , durch Gewölbe oder Wölbung. Was alsoin der deutschen UeberseHung mit den Worten: „einFenster einer Ellen groß" ausgedrückt ist, würde heis-sen müssen: eine gewölbte Decke nach der Ellenzahl,d. i. verhaltnißmasig, wie es die bestimmte Grösse derArche erfordert.

Wenn die steinernen Gewölbe aufgekommen sind,ist noch streitig. Strabv o) behauptet, daß die Baby.lonier die Kunst, Bogen zu wölben, erfunden hatten;Goguet aber spricht den Babyloniern, wie den Egyp-

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