Band 
Zweyter Theil.
Seite
86
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86 Gifte.

tcn geschah. Hekate, die viele giftige Kräuter kannte,soll schon Gifte gemischt haben; noch weiter darinnbrachten es ihre Töchter, nemlich Medea, die zur Zeitdes Argonautenzugs berühmt war, und, um den Todihres Bruders zu rächen, ihren Vater mit Gift »er-geben haben soll, und Circe, die zur Zeit des Ulyssesoder um 2790 lebte und ihren Gemahl, der ein Kö-nig in Sarmatien war, mit Gift vergab b).

Die Erbitterung , welche mit der Führung der Kriegeverbunden zu seyn pflegt, verleitete die Menschen auchfrühzeitig dazu, die Waffen zu vergiften. Jlus Mer-merideS verweigerte dem Ulysses das Gift zur Vergif-tung der Geschosse und vyn den Scythen weiß man,daß sie ihre Pfeile in Viperngift und Mcnfchenbluttauchten, wowider kein Mittel half c).

Bey den Atheniensern war schon frühzeitig ein Ge-setz gegeben, daß der Arevpagus, ihr ältester Gerichts-hof, diejenigen vcrurtheilen solle, welche andere mitGift vergeben hätten ä); doch behielt sich die Hörigkeitselbst vor, das Gift als Todesstrafe anzubefehlen, da-her Sakrales ZL 84 Schierlingsgift trinken mußte.

Auch die schleichenden Gifte waren den Alten früh-zeitig bekannt. Theophrast erzählt, daß aus der Pflan-ze Aconitum ein Gift bereitet werde, welches, wieman es haben wolle, nach zwey oder drey Monaten,auch wohl erst nach einem oder zwey Jahren, wirke,Thrafyas aus Mantinea erfand auch schleichende Gif-te, die er aus dem Safte der Pflanzen bereitete, inwelcher Kunst ihn noch sein Schüler Alexias übertraf.

Ein solches schleichendes Gift ließ Philipp von Ma-kedonien dem Sicponier Aratus beybringen, woran er