6 ü Kanonen.
Kandel (Joseph) s. Feucrlöschung.
Kanonen sollen ihren Namen von dem srail-zösischen Worte csne, d. i. ein Rohr, erhallen habenund daher so viel, als grosse Schicßrvhre bedeuten.Die ersten Kanonen waren von vielfach zusammenge-legter und mit eisernen Reifen wvhlbefestigker Lein-wand, die sich vom Bodenstücke an bis vor die Mün-dung in Form eines Kegels erweiterte. Da aber durchdiese Form die Gewalt deS Pulvers sehr geschwächtwurde: so gieng man von der Kegclform immer mehrab, bis sie so unmerklich wurde, daß endlich die Cy-linder- oder Walzenform daraus entstand. Hernachstyle man die Kanonen aus eisernen Stäben zusam-men und befestigte sie mit eisernen Reisen, wie etwaein Böttiger die Dauben zusammensetzt und mit Rei-fen befestiget. Endlich verwarf man auch das Eisenund bediente sich an dessen Stelle einer Mischung vonKupfer und Zinn. Die ersten Stücke waren sehrkstin, man lernte sie aber bald so groß machen, daßsie 100 bis ilo Pfund schössen a).
Ueber die Erfindung der Kanonen ist nicht weniggestritten worden. Einige haben die sonderbare Mey-nung geäusserk, daß Archimedes dieselben erfunden undSyracus damit vertheidiget Habe b), da es doch be-kannt ist, daß die vom Archimedes erfundene Kriegs-maschiuen von ganz anderer Beschaffenheit waren.Cousalvus Mendoza, Maffcjus und andere machendie Chinestr zu den Erfindern des groben Geschützes c).Der Augustinermönch, Thomas Aguirre, erzählt, daßder chinesische Kaiser, Vi-tay, der Erfinder der Kano-nen sey und daß mau noch in China Geschütze finde.