Kräuterkundc. 187
hat Corti mit der Tremella und Gleditsch mit demMoose beobachtet mmm).
Eins der vorzüglichsten Mittel zur Beförderungund Ausbreitung der Kräuterkunde waren die Abbil-dungen der Pflanzen, daher ich hiervon einiges an-führen will. Schon Cratevas, der das Wallkrautentdeckte, Dionyfius und Metrodorus pflegten denKrautern, die sie beschrieben, auch zugleich die Zeich-nungen davon beyzufügen nun), welche GewohnheitOtto Brunsfeld, aus Maynz, im Jahr iLZo, woder erste Theil seines Kräuterbuchs herauskam, zu-erst wieder einführte 000). Darauf erfand man diePflanzenabdrücke, die man erhält, wenn man die ge-trockneten Pflanzen mit Kienruß überstreicht und aufPapier abdruckt. Sie wurden zu Anfange des r6tenJahrhunderts durch den unter dem Namen AlepiusPedemontanus gemeinten Schriftsteller bekannt, denman mit I. Jac. Wecker, der 1L86 starb, für einePerson hält. Auch Hicronymus Cardanus, der umiL/6 starb, soll diese Kunst gelehrt haben und Pro-fessor Baier hatte eine Sammlung solcher Pflanzcn-abdrücke aus dem >6ten Jahrhunderte. Wenn alsoHessel, im Jahr 1707, in Amerika, aus Noth diePflanzen selbst zu den Typen oder Abdrücken in bo-tanischen Werken gebrauchte: so ist er nicht der ersteErfinder dieser Kunst ppp). Der Professor und kl.O. Joh. Hicron. Kniephof, legte mit Hülfe des Buch-druckers und Buchhändlers, Joh. Mich. Funke zuErfurt, im Jahr 1727 oder 1723, nach andern abererst 17ZZ, die erste ordentliche Druckerey an, worinnauf Schreibpapier schwarze Pflanzenabdrücke von na-