Kräulerkunde. iZY
Um die Blumen und Kräuter zu verewigen, em-pfahl Landriäni, solche durch Hülfe einer feinen Bür-sie mit Firniß zu überziehen; da es aber nicht mög-lich ist, mit der Bürste den Firniß in alle Theile derBlumen zu bringen und dann diejenigen Theile, wokein Firniß hinkommt, der zerstörenden Luft Preis ge-geben sind: so hat man neuerlich folgendes Verfah-ren dafür empfohlen. Man nimmt ein Pfund vvmschönsten arabischen Gummi, den man auf das steis-sigste reiniget und in einem tiefen porzellanenen oderandern irdenen Gefäß, unter öfterem Umrühren, zu derConsistenz eines stiesscnden Ocls im Wasser auflöset,welche Operation etliche Tage dauert. Wenn dieseMasse durch ein Tuch gedruckt worden ist, schneidetman eine Blume oder Pflanze ab, verklebt das Endemit Pickwachs, taucht sie ganz in das Gefäß unter daSGummi unter und rührt damit behutsam einige Mi-nuten herum, damit sich das Gummi zwischen die klein-sten innern Theile der Pflanze oder Blume begebe.Hieraus nimmt man die Blume heraus, läßt sie ganzabtropfen, steckt sie auf ein Brcl uud nimmt eine langeNadel, womit man die Blätter und Theile der Blume,die etwa an einander kleben, wieder in ihre natürlicheOrdnung und Lage bringt, die sie ehedem am Stockhalte; endlich sichert man sie wider Staub und läßtsie austrocknen, so ist die Operation geschehen.
Ein deutscher Apotheker, Namens Steinmachcr,verkaufte in Paris Stöcke, die man in Frankreich er-fand, welche dazu dienen, Kräuter und kleine Thiere,ohne sie zu beschädigen und ohne sich dabep bücken zudürfen, von der Erde aufzuheben mm).