2 L 4 Kupferstecherkunst.
1420 Kupferplatten verfertiget habe. Dann würdeer der erste Kupferstecher gewesen seyn, den man mitNamen kennt; allein wenn dieses wäre: so würden dieItaliener es gewiß nicht vergessen haben, ihn als Ku-pferstecher zu nennen. Sie gedenken aber seiner nurals eines Malers, der um 1400 berühmt war, daherPalmers Behauptung keinen Glauben verdient bb).
Weit gerechter ist der Anspruch, den Maso oderThomas Finiguerra, ein Goldschmied zu Florenz undLehrling des Thomas Masaccio ausdie Erfindung derKupserstccherkunst machen kann; dieser war gewohnt,in alle Sachen, die er in Silber stach, damit dieStriche der Figuren sichtbar wurden, Erdfarbe hin-einzudrücken, und nachdem er erstlich zerlassenen Schwc.fel drauf gethan: so kamen fie gedruckt hervor, alsob fie mit Ruß angefüllt gewesen, wie fie denn, als erfie mit Oel anfeuchtete, eben das zeigten, was aufdem Silber war. Dieß versuchte er nun auch mit ei-nem angefeuchteten Papier, machte eben dieselbe Ma-terie von Farbe und ließ eine Rolle über das Papierallenthalben, jedoch allmählich feste weggehen, woraufdas Gestochene auf dem Papier gedruckt erschien undso aussah, als ob es mit der Feder gezeichnet wäre cc).Daß Finiguerra das Kupferstechcn für Italien erfand,hat man zugegeben; allein die Italiener behaupten,daß er das Kupferstechen überhaupt zuerst erfand unddarüber haben die Deutschen mit ihnen gestritten.Der Streit würde leicht zu entscheiden sevn, wcynman gewiß sagen könnte, zu welcher Zeit Finiguerragelebt und die^e Erfindung gemacht hätte; die Nach-richten lauten aber über diesen Punkt sehr verschieden.