Band 
Dritter Theil.
Seite
398
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Zy8 Lustseuche,

falls von den Spaniern bekommen zu haben. Vondem Ursprünge dieser Krankheit in Deutschland sinddie Meynungen getheilt; nach Einigen le) brachtendie Lanzknechte des Kaysers Maximilian /. dieselbeaus Frankreich mit, nach andern kam solche durchdasjenige Heer des Kaysers Maximilian I., welchesim Jahr »4YL Lioorno vergeblich belagert hatte, zu-erst nach Deutschland I). Marcellus Cumanus sahschon im Jahr » 4 yF Bubonen, Phimosis und spanischeKragen als Ausbrüche dieser Krankheit m), und 1496herrschte sie stark auf Hispaniola n). Nürnberg er-theilte im Jahr 1497 einem Arzte, der es wagte,diese Krankheit zu curiren, zur Belohnung das Bür-gerrecht 0). Seit IL--6 bcmcrktc man erst das jetztwieder selten gewordene Ausfallen der Haare, Zah-ne und Nägel und seit wurde der amerikani-sche Ursprung dieses Uebels allgemein anerkannt p).In Rußland lernte man solches erst unt r P.Nr demGrossen kennen, weil die Russen vorher wenig Um-gang mit andern Völkern hatten <;).

Ausser dem oben genannten Scb. Aquilanus wirdNie. Leonicenus zu Ferrara (geb. 1428. gest. >^24)für einen von den ersten gehalten, der im izten Jahr-hundert von dieser Krankheit schrieb, und in Deutsch-land that dieses Joseph Grunbeck aus Bayern zuerstr).

Die Herren Ducrdan und Eaudoucet ekfanden wi-der diese Krankheit ein Mittel, welches der König vonFrankreich 1778 unter der Bedingung an sich kaufte,-aß solches 179Z bekannt gemacht werden dürfte s).

») Tagebuch eines Weltmannes >77.5. m S. 2z,Frankfurt a. M. b) Untv- Lex. U. g. 107z. I. A.