74 Pennalismus.
Pennalismus, das Probejahr oder dieHänselung der neuen Studenten war sonst auf Aka-demien eine gewisse Servitut, vermöge deren dieneuankommcnden Studenten den alteren ein ganzesJahr aufwarten und sich von ihnen sehr übel undschimpflich mußten tractiren lassen. Einige behaup-ten, daß sich schon im zweyten Jahrhundert auf derjuristischen Schule zu Berrhoe eine Art von Penna-lisiren eingeschlichen habe, welches hernach der Kai-ser Justinian scharf verboth g). Andere leiten denPennalismus von dem Probejahr oder Klosterjahr,besonders von der Emrichiung des Chrodogangusher, der ein Enkel des Königs Pipin war, im Jahr74Z Bischof zu Metz wurde und 766 starb; dieserbrachte seine Lanomcos dahin, daß sie, nach Artder Mönche, in einer Societät und zwar in einemHause oder Kloster beysammen lebten. Weil sienun sehr strenge lebten, so führte man auch bey ih-nen, wie bey den Mönchen, das Probejahr oder3 NNUM novlriatus ein, damit man sehen könne, wiesie sich anließen und ob sie ein solches Leben gewohntwerden könnten. Während dieser Probezeit mußtensie viele Drangsale dulden, wurden verspottet, muß-ten den andern aufwarten u. s. w. Man glaubt,daß der Pennalismus auf Universitäten seinen Ur-sprung daher genommen habe b).
Im Jahr 16^4 wurde der Pennalismus durcheine zu Regensburg kund gemachte Reichs - Consti-tution bey den teutschen Universitäten abgeschafft,und die neuen Ankömmlinge von dem Pennal-Ac-ceß oder Acceß - Schmause und andern VeMereycn