Perlen. 8 z
nier, welche Teuschland durchstreiften, an Edel-gesteinen, Goldkörnern und auch Perlen gesammelt,und außer Landes geschafft haben. Man hat dieseLeute gemeiniglich Wahlen genannt, wovon ein ge-wisser Scribent in der Bergstadt Freyberg geschrie-ben hat. Es gedenkt auch dieser Wahlen eine Be-schreibung vom Fichtelbcrg, und es wird darin in-sonderheit des Wahlen Giovani Carmero Schotterwähnt e). Die Perlenfischerey der Holländer gehtseit i66ü gut von statten k).
2 ) Künstliche gute Perlen. Nach demAppollonius kannte man schon im ersten Jahrhun-dert die Kunst, den Muscheln die Perlen abzuzwin-gen. Die Indianer stillten nähmlich das Meer durchausgegosscnes Del, lockten die Muscheln durch eineLockspeise zur Oeffnüng der Schaalen, stachen miteinem Griffel hinein, und ließen den auskaufendenSaft in die runden Höhlungen eiserner Formenlaufen, wo er fich zu Perlen bildete. Der berühm-te schwedische Naturforscher Linus entdeckte das Ge-heimniß, den Zoll der natürlichen Perlen aus Au-stern und Muscheln zu vermehren. Zur Belohnungfür eine so wichtige Entdeckung hat ihn der Königgeadelt, und die Stände des Reichs haben ihm dasPrivilegium ertheilt, sich selbst einen Nachfolger inseinen verschiedenen Bedienungen zu geben.. Linnsbehielt aber dieses Gehermn.ß für sich, und entdeck-te es bloß dem Könige ^)- Linus wandte die ge-meinen Flußmuscheln dazu an, aus denen man zumalen pflegt, und erhielt durch sie Perlen von derGröße einer Erbse, die völlig rund, von schönemGlänze waren, und mit einem tichtgrauen Wasser