Perlen. 8Z
die Pcrlenmuscheln wieder ins Meer senke. Dasfolgende Jahr nahm man sie wieder heraus, undfand sie von der Muschel mit einer Perlenhauk sogut überzogen, daß sie den ächten Perlen glichen.Eben dieses thun noch jetzt die Chineser, welche dieKügelchen aus Perlenmutter, ehe sie solche in diePerlenaustern werfen, erst an Schnuren reihen, umsie leichter wieder finden zu können n).
Die falschen Perlen aus Glaskügelchen, die in-wendig mit einem pcrlfarbigen Firniß überzogenwerden, verfertigte zuerst ein Künstler aus Mura-no; die Obrigkeit verboth aber diese Kunst-Arbeit,wie Franeifcus erzählt, der zu Anfange des i 6 tenJahrhunderts lebte.
Eine andere Art falscher Perlen wurde in Frank-reich durch den Paternostermacher Jaquin durch einOhnge-fähr erfunden. Er sahe auf feinem Landgutebey Passy, daß das Wasser, worrn ferne KöchinWeißfische wusch oder kochte, silberfarbige Theilchenerhielt, wovon der Bodensatz, wie gute Perlen glänz-te. Er schuppte daher die Weißfische ab, und über-zog anfangs mit dem zarten glänzenden Pulver, dassich davon im Wasser verbreitete, und woraus er ei-ne Perlenessenz machte, kleine Gypskugeln. In derFolge thaten ihm Damen den Vorschlag, kleine Glas-kugeln inwendig damit zu überziehen, welche hernachmit Wachs angefüllt, durchstochen, und mit einemPapierröhrchen gefüttert werden. Einige setzen die-se Erfindung unter die Regierung Heinrichs IV.,also von 1LK9 bis türo, und Reaumür nennt das