Posten» 2?L
Zur Briefpost in Paris gehören z6, an ebenso vielen Plätzen der Stadt, zur Bequemlichkeitder Einwohner vertheilte Briefkasten, worein mandie Briefe legen kann, die gerade nicht immer fran-kirt werden müssen. Diese Kasten werden dreymahldes Tages, nähmlich um acht Uhr des Morgens,Mittags und des Abends sieben Uhr von den Post-bedienten geöffnet, und die darin befindliche Briefean den Ort ihrer Bestimmung besorgt. Briefe mitGeld und Kostbarkeiten hingegen oder frankirte Brie-fe, müssen auf dem Posthaufe selbst abgegeben wer-den. Die Post nach Tentschland ging sonst alle Tagein der Woche ab, den Mittwoch ausgenommen,und alle diese Briefe müssen bis nach Rheinhauscnfrankirt werden. Die kleine Post in Paris, aufwelcher man Briefe und Packele in Paris herum-schicken kann, erfand der Parlementsrath von Cha-mausset (andere schreiben Chamouffet), welcher die-selbe 1760 anlegte. Es gehören 9 Büreau^, ZyLin der Stadt zerstreute Briefkasten, und 117 Brief-träger dazu q). Sie ist im Grunde nur eine Nach-ahmung der englischen Pennppost.
In Spanien soll der König Philipp I. (f iLo6)die Posten angeordnet haben, sie waren aber langeZeit sehr unordentlich, und erst in diesem Jahrhun»dert find ordentliche Relais, wenigstens nach denHaupwrten angelegt worden, wozu der spanischeErbfolgekrieg die Gelegenheit gab.
In Dänemark wurden die Posten von Chri-stian dem IV. >624, und in Schweden r6z6 errichtet.