Band 
Sechster Theil.
Seite
17
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Sauleiwrdmrng. r,7

Die corinthische Säulenordnung ist der Erfindungnach die dritte, nach andern die vierte, denn fie wur-de bald nach der ionischen erfunden, und man setzt dieZeit ihrer Erfindung in das Ende des pelöponnefischenKriegs i). Bey den Griechen war fie der Kunst nachdie vierte Ordnung , jetzt aber ist sie die sechste, weilfie unter allen sechs Ordnungen die zierlichste ist.Ihr Erfinder war der Bildhauer und Baumeister Eali-machus von Coriiith, der in der 61. Olympiade leb-te , und nicht nur die Schnörkel an den Säulen ver-mehrte, und fie viel zierlicher machte, sondern auchunter den Griechen die Verzierungen aus dem Pflan-zenreiche in der Baukunst einführte k). Diese Ord-,nung hat am Kapital sechszehn Schnörkel, und drey- Reihen Blätter von welschen Bärenklee; der Schaftderselben ist geribbt. Vilruv erzählt I) die Geschich-te der Erfindung des corinthischen Säulenknaufs fol-gendermaßen : - Zu Corinth starb ein Mädchen injungfräulicher Blühte. Ihre Amme seyte einige Ge-räthe, die ihr lieb gewesen waren, in einem Kor-be auf ihr Grab. Der Korb war mit einem gros-sen Ziegelsteine, oder mit einer großen viereckichtenMauerziegel bedeckt, und war durch Zufall auf ei-ne Acathen- oder Welsch - Bärenklee - Pflanze zu ste-hen gekommen. Diese schlug aus, die Blätter derPflanze umgaben den untern Theil des Korbs, unddie Blätter wuchsen bis oben an den Korb hinan,wo fie sich unter der Mauerziegel schneckenförmig um-bogen, uud mit einer kleinen Blume endigten, wel-che in der Mitte dieser schneckenförmigen Biegungheraussproßte. Caüimachus, der dieses Spiel derNatur im Vorbeygehen sah, nahm davon die ZdeeBusch Hondb. d. «Lrs. 6. Thl. B