Band 
Sechster Theil.
Seite
47
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Sattel. 47

seinen Bruder Constankin den jungem vom Pferd undaus dem Sattel gerissen, und ihn getödtet habe; aberdas Wort, welches durch Sattel übersetzt wird, zeigtüberhaupt den Ort an, wo der Reuter aufdem Pferdezu sitzen pflegt. Indessen findet man doch Beweise,daß der Sattel um die Mitte des vierten Jahrhundertserfunden gewesen seyn muß. Auf Montfaucons Zeich-nung von der Säule des Theodosius des Großen er-kennet man einen Sattelknopf und den Rand desSattelbaums g). Auch verordnete der Kaiser Thco-dosius im Jahr Z8L, daß der, welcher Poflpferdehaben wollte, keinen Sattel, der über 60 Pfund wog,auflegen durfte b). In dieser Verordnung kommtbereits das Wort 8ella vor. Auch Kaiser Leo gabein Gesetz, worin der heutigen Sattel ganz eigentlichgedacht wird. Sidonius Apollinaris (geb. um 4Z»gefl. 48 y) gedenkt in einer seiner Schriften des 8eIIasegueckrls er relupiaarorum lulcrornm, welche Wortedie Ähnlichkeit mit unsern Satteln deutlich bezeichnen,wenn aber Lipsius daraus schließt, daß die Sattel erstzur Zeit des Sidonius Apollinaris erfunden wordenwären: so irrt er, weil bereits ältere Zeugniße vomDaseyn der Sättel angeführt worden sind.

Im Jahr i.g8o fingen die Damen an, aufQuersätteln zu reuten. Anna von Lupenburg, Ge-mahlin Richards II. führte dieses in England ein,weil sie diese Art zu reuten für anständiger hielt.

Herr Naoarre, Sattler in Paris, hat einen Sat-tel erfunden, an dem die Sattelbogen an beyden Sei-ten und Ende beweglich, also für alle Pferde geschicktsind, und solche nicht drücken, weil der Sattel der Be-wegung des Reuters und des Pferdes nachgibt. Die