Schauspiel. aaz
nach einer Flötenmufik auf der Schaubühne tanz-te« fff). Die jungen Römer ahmten diese Panto-mime nach und fügten nach Gewohnheit der Einwoh-ner zu Atella, einer oscifchen oder campanifchenStadt, allerley Possen, Schwanke und besondersSpöttereyen in rohen aus dem Stegreife gemachtenVersen hinzu, woraus das erste National-Schau-spiel der Römer, nähmlich die Atellane entstand,welche die jungen Römer weder in die Hände dereigentlichen Schauspieler kommen ließen, noch durchdie Vorstellung derselben irgend etwas von ihremBürgerrechte verloren. Diese Gattung der Komödiehatte keine dramatische Form, stellte auch keine eigneHandlung dar, wurde aber doch als Schauspiel ge-gegeben, und führte den Nahmen Satyre, Saturaoder Mischspiel. Der inneren Beschaffenheit nachglich die Atellane, wie Diomedes meldet, den Sa-lyrspielen der Griechen; so wie in diesen die Satyrnstehende Personen waren, so waren es in der Atellanedie Oscier, und auch da die Oscier nicht mehr ezn-stirken, wurde die Atellane noch in der oscifchenMundart gehalten. Daß diese Stücke ihren Nahmenvon der oscifchen Stadt Atella erhielten, wo sie zu-erst entsprangen, behaupten mehrere alte Schrift-steller ggs). Der erste, der Veränderungen und Ver-besserungen in der Atellane vornahm, und dieses Spielin römischer Mundart aufführte, war Pomponius,der dieses ums Jahr 66u n. R. Erb. that, und da-her vom Vellejus Paterculus KKK) der Erfinder derAtellane genannt wird. Als Verfasser der Atellanenwerden Navius, Q. Novius, Pomponius und Mem-mius genannt. Die Atellanen erhielten sich auch lange