Band 
Sechster Theil.
Seite
299
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Seewasser. 299

Winter fror es und zersprengte die Fässer. Das Eisdavon gab süffes Wasser, weil das Scewasser abge-laufen war e). Im Jahr > 76g that daher der RitterLorgna, venezianischer Brigadier und Direclor derMilitairschulen, Vorschlage durch natürliches Gefrie-ren Seewasser zu entsalzen; sie wurden aber nicht vonallen richtig gefaßt. Nairne verstand diesen Vorschlagnoch am beßten und zeigte 1776 durch Versuche, daßSeewasser zu dichtem Eise gefrieren kann, und daß die-ses Eis nachher beym Aufthauen süsses Wasser gibt k).Im Jahr 1790 gab Lorgna eine neue Methode an »ndlehrte, wie man Seewasser durch wiederhohlksö künst-liches Gefrieren trinkbar machen könne. Auch der Apo-theker Bozza zu Verrona hat aus dem Seewasscr ver-mittelst einiger künstlicher Mischungen durch Gefrierenreines Wasser gezogen. Hauton dcstillirte das Seewaftser über fizes Alkali und glaubte, das Uibergegangenedurch eine Erde reinigen zu können. Lister trieb es überSeegras ; Appleby und Watson über Höllengras, ge-brannte Knochen und atzendes Laugensalz g). Chap-maun versüßte das Seewasser auf folgende Art: er zoges auf einer Destillirblafe, nach der halestschen Verbes-serung, erst über Seife ab, worauf es, wie er mittelsteines Hydrometers fand, so leicht als ordcntlichesFluß-wasser wurde, und nur einen ranzigtenGeschmack hatte,den er der Seife zuschrieb. In 2 bis Z Tagen vermin-derte sich zwar dieser Geschmack merklich, aber dochnicht so, daß es trinkbar wurde. Daher vermischte erdas über Seife abgezogene Seewasser mit Holzasche,wodurch er nach der Destillation ein gutes trinkbaresWasser bekam d). Auch Clark stellte Versuche an, dasSecwasser zu versüffeu i,). Leutmann und nachher Ha-