Zo 6 Seide.
Die griechischen Kaiser bekamen ihre seidene Waa-ren ebenfalls von den Persern, die noch immer keineSeidenwürmer aus dem Lande ließen. Da nun derKaiser Justinian mit den Persern immer Krieg führte,und keine seidene Waaren mehr bekommen konnte: sobefahl er den an Egypten angrenzenden Aethiopiern,daß sie dieselbe zu Schiffe aus Indien bringen sollten.Da dieses geschehen sollte, kamen zwey Mönche, dielange in Indien, nach andern in Perfien, oder, wieeinige wollen, in der Stadt Sera oder Scrindagewesen waren, zu dem Kaiser Justinian l. nach Con-stantinopel, welche die ersten Coccons mit nach Eu.topa brachten, und dem Kaiser zeigten, wie dieSeidenwürmer gezogen, genährt, und gepflegt wer-den müßten, und wie leicht der Kaiser den Seiden-bau in seinem Lande empor bringen könne. Auf desKaisers Befehl reiscten dann diese Mönche wiedernach Indien, und brachten im Jahre ALL n. C. G.eine Anzahl Eyer von dem Nachtvogel des Seiden-wurms mit, die sie im folgenden Frühjahre im Mi-ste ausbrüten ließen, dann die jungen Raupen mitBlattern vom Maulbeerbaume fütterten, und so kamder Seidenbau nach Europa, indem Justinian zuConstantinopel, Athen, Corinth und Theben die er-sten Seidenmanufacturen anlegen ließk). Griechen-land blieb auch lange Zeit in dem Besitz des Ge»heimnißes einer guten Zucht von Seidenwürmern.
Seitdem Jahre 8-7 verfertigten die Araber, oderSaracenen schon in Sicilien Seidcnarbeit, aber nichrhäufig; aber als Roger oder Roderich, Konig von Si-cilien, nach dem Jahr r izo mit dem morgenländischenKaiser einen Krieg führte, und die Städte Athen. Co--