Z1S Seidener Flancl —Scidcuhaspel.
Seidener Flancl und Felbel wurde inFrankreich erfunden, und wird aus der in den Kap-seln der Seidenpflanze befindlichen sogenannten Sei-de verfertiget. Im Jahre i/z? erhielt der Baretma-cher Larouviere ein Privilegium zur Verarbeitung derSeidenpflanze zu Flancl, Felbel und andern Zeugen.
Seidenhaspet ifiein Werkzeug, welchesmanzul^Seideurhedercp oder zum Zurichtender Sei-de braucht, um die Seide von den Coccvns abzuwinden.Ist das Instrument so eingerichtet, daß durch ein Was-serrad etliche Lausend Haspeln und Spühlen zugleichumgetrieben werden, wodurch die Seide nicht nur ab-gewunden oder gespuhlt, sondern auch zugleich dublirtund gezwirnt wird , dann heißt es eine Seidenmnhlc,Da diese Tag und Nacht fortgeht: so können io oderLv Menschen, die fich einander ablösen, so viel damitausrichten, als Loc> Menschen mit der Hand in ebendieser Zeit nicht ausrichten können. Ein Bolognesersoll diese Maschine erfunden haben a). Die gewöhn-liche Seidenhaspel wurde erst von den Picmontescrn ,dann von den Franzosen, von denen die LanguedokerHasvel kam, und besonders vom Vaueanson verbessert,vereine neue Scidenwinde erfand, die ,749 beschrie-ben wurde b).
Jetzt gibt es auch in Teutschland - Frankreich undHolland viele Arten von Seidenmnhlen, die leichterund dauerhafter find, als die dcr Jtaliancr und womitein einziger Mensch aufeiiiiiiahl Taufend Strange ab-winden kann. Johann Joachim Becher, derstarb, erfand zu Hartem ein Instrument, womit mandie feine Seide mit Hülfe weniger Menschen i>zgroßer Menge abwinden konnte.