Sittenlehre.
Georg Calsstus (f i6;6) trug unter den Luthe-ranern die christliche Sittenlehre zuerst systematischvor a).
Unter die, welche die philosophische Sittenlehremit der geoffenbarten vermischten, und jene durchdiese verbessern wollten, gehören Lambertus Danaus(t >§96), Joh. Crettius, der um 1622 schrieb, An-tonius Walaus um i6/L, Georg Grabow (s 170/)und Christian Weise um ,694.
Die seetirische Moral behielt immer noch die Ober-hand , bis Franziscus Baco von Verulam in seiner(schrift: 6e sugmenris sciennarum , die Unvollkom-menheit derselben zeigte und lehrte, was zur Ver-besserung der Moral gethan werden könnte, wobeyer auch selbst Hand anlegte, und bessere moralischeSchriften lieferte. Baco von Verulam starb 1626.Nach ihm verbesserten Hugo Grotius um 162L, undSamuel Pufendord 1672, durch seine Schrift: clsvKcio Kvmini5 Lt civis, die aristotelische Moral.Vinccntius Placcius sahe die Mangel der aristoteli-schen Sittenlehre noch mehr ein, und suchte sie zuverbessern. Er fing zuerst an, die Sittenlehre vomNaturrechte zu unterscheiden, war auch der erste,der im Jahr 167L die Sittenlehre nach der medici-nischen Methode eintheilte und vortrug. Im Jahr1688 übersetzte er dieselbe ins Teutsche, und gabihr den Titel: Sitten-Arzeney - Kunst. Das ist dieerste teutsche eclectischc Ethik. Er gab in dieser Mo-ral zuerst Mittel an, sich döse Sitten abzugewöh-nen , und gute Sitten sich anzugewöhnen, wovon manin den bisherigen Systemen nichts gefunden hatte.Endlich brachte er auch die sittliche Sclbstprüfung und