164 Tanzkunst.
Bey den Alten waren Protcus, Empusa, dieCorybanten, Castor und Pollup, Orpheus, Mu-saus und Bacchus als Tänzer berühmt. Besondersleitet Lucian, in seiner Abhandlung vom Tanzen,die Tänze vom Musäus und Orpheus her g). DasBacchusfest der Griechen wurde mit wilden Tanzengefeyerl ti), welche Oi-Au hießen; auf den Schau-bühnen tanzten anfangs die Satyrcn dem Bacchuszu Ehren i).
Athenäus K) schreibt die Erfindung des Tan-zens der Stadt Sicpon, andere aber der StadtLaccdämon zu I).
Nach den heiligen Tanzen war der Waffentan;der älteste, wo man im Harnisch, mit dem Spießin der einen, und mit dem Schild in der andernHand, bey kriegerischer Musik, tanzte. Den Was-fentanz erfanden die Curerer m), welche Priesterder Cybele waren; er war sehr lärmend, denn eswurde dabey gesungen, mit Instrumenten ge-spielt n), und mit den Spießen wider die Schil-der geschlagen c>). Dieser Tanz sollte das Lärmenvorstellen, das man bey der Geburt des Jupitersgemacht, damit Saturn sein Weinen nicht hören,und ihn fressen möchte p). Castor und Pollup unddie Jünglinge, die mit ihnen 2721 n. E. d. W.auf die Eroberung des goldenen Vließes ausgin-gen , tanzten auch den Waffentan;, und Minosder Gesetzgeber verordnete, daß die Jugend, diein Creka auf öffentliche Kosten erzogen wurde, inder Waffenrüstung tanzen mußte, um sie hart undkriegerisch zu gewöhnen 4).