Fackel-Distel. 15
und Jamaica, öfters viele Ellen laug, und besteht auslauter dreyeckigen, ungefähr einer Spanne langen Glie-dern , welche durch Gelenke von einander unterschiede»sind. An den Ecken sitzen sternförmige ausgebreiteteStacheln. Gemeiniglich ist die Pflanze grün, doch er-scheint auch selbige zuweilen weißröthlich oder scheckig;sie blühet selten. Die Blume ist von ansehnlicher Größe,und kommt fast durchgehends mit der, bey der erstenArt beschriebenen, überein. Sie öffnet sich auch nurdes Abends, und dauert wenig Stunden. Man kannselbige am besten an der Wand in die Höhe ziehen, undan einem Geländer befestigen.
Die Lnckeldistel mir Hirschzungenblätreun , Ce-reus scolopendriae Folio, kann füglich zu den Arten derOpuntien gerechnet werden.
Mehr Sorten des Cereus findet man unter andern in deinVerzeichniß der in > und ausländischen Gewächse desLaspar Boflschen Gartens, Lpj. 1747, 8. S. to,fgg.
So hoch auch alle diese Arten von den Gartenliebha«bern geschaht werden, so haben selbige doch weiter kei-nen Nutzen. Sie kommen alle aus den wärmern Ge-genden, und müssen daher bey uns in dem Glashauseverwahret werden. Die neunte Art ist am wenigstenzärtlich, und kann im Sommer mit ihrem Scherbe! indie freye Luft grsehet werden, welches zwar auch die er-ste und einige andere Arten vertragen, doch leiden selbigegar leicht, theils von der Nässe, theils von den kaltenWinden. Doch verlangen auch die zartesten nicht all-zustarke Warme; die Nässe ist ihr größter Feind. ImWinter muß man selbige gar nicht, im Sommer abersparsam begießen. Sie brauchen überhaupt nicht vielNahrung; man seht sie daher in kleine Töpfe, und inmagere saudichte Erde.
Sie werden insgesammt durch abgeschnitteneZweigefortgepflanzt; man kann auch, wenn keine Zweige zuge-gen sind, den Stamm selbst zerschneiden, und die Stücke